Sonne, Palmen, Black Jack, Bürgerkrieg. Seit Jahren reist Heinz Strunk zu Weihnachten mit einem Freund in die Fremde. Wohin, ist eigentlich egal, Hauptsache Meerblick, gepflegte Anlage und in der Nähe ein Spielcasino. Die beiden bevorzugen nämlich Reisen, bei denen die Erholung nicht durch tolle Erlebnisse, neue Anregungen oder interessante Urlaubsbekanntschaften erfolgt, sondern durch Nicht-Erkrankung, körperliche Ruhe und keine Gewichtszunahme. Anders gesagt: Den größten Erholungswert haben Reisen, auf denen nichts passiert. Diesmal soll es nach Mombasa gehen. Die erste Woche verläuft wie geplant. Doch am zweiten Weihnachtsfeiertag sind in Kenia Wahlen angesetzt, und plötzlich hallen Gewehrschüsse durch die Nacht. Allen Warnungen zum Trotz sind die beiden nicht davon abzuhalten, das nächste Taxi nach Mombasa City zu nehmen...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2011
Nanu, was macht Heinz Strunk in Afrika? Fragt Edo Reents und stellt gleich fest: zu suchen hat er da nichts. Das sieht der Autor allerdings selber sehr ähnlich, weshalb er sich auf das, was er sieht und erlebt (oder eher auch nicht erlebt) gar nicht erst einlässt. Strunk bleibt Strunk, sei es im norddeutschen Provinz-Ödland oder eben auf einem anderen Kontinent. Die Haltung zum Leben bleibt sich so ziemlich gleich - Sinn hat es keinen, langweilig ist es meist -, Kulturkritisches lässt sich bei fast jeder Gelegenheit anbringen, die Miturlauber sind das letzte. Und doch gelingt es Reents, unverkennbar ein Fan dieses Autors, etwas wie "Humanität" im Blick des Verfassers auf die Welt zu entdecken, den er in die Nähe eines Michel Houellebecq (und Thomas Manns) rückt. Und am Ende werde das Buch dann sogar dank Bürgerkrieg richtig spannend und abenteuerlich.
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