Alle reden drüber: Geld macht Spaß. Der eine geht auf Schnäppchenjagd, der andere macht Heu an der Börse, der dritte ist ein Abschreibungskünstler. Auch die Schriftsteller sind gar nicht so zimperlich, wie man vielleicht denken könnte. Ganz im Gegenteil: »Wenn der Gute etwas Geld hat, hat er, was er zum Gutsein braucht«, ließ uns schon der arme Bert Brecht wissen, und Groucho Marx ist fest überzeugt, daß Sparsamkeit etwas Angeborenes ist. Von Mark Twain bis Tama Janowitz, von Siegfried Lenz bis Maxim Biller, von der Eine-Million-Pfund-Note zum Cyber-Cash, vom Liebeslohn zur kreativen Buchführung. Fast jeder große Autor hat eine Geschichte geschrieben, in der Geld eine Rolle spielt. Die zwanzig besten sind hier versammelt.
Franz Schuh philosophiert über die Liebe zum Geld und meint eigentlich, dass Literatur dazu wenig zu sagen hätte. Wer nun aber glaubt, dass damit der vorliegende Sammelband als uninteressant abgetan wird, kennt Franz Schuh nicht. Denn Gewinn von der Lektüre verspricht er dem, der sich "eingesteht, dass das Geld seine Wirkung an der Psyche des Menschen tut, ohne durch diese Wirkung definiert zu sein." Nachdem damit alles gesagt ist empfiehlt er dem Leser noch zum besseren Verständnis dieser Erkenntnis den "nüchternen, ökonomischen" Standpunkt der Protagonistin in Tama Janowitz` Erzählung "Meine Schwester verkauft sich", die er abschließend als besonders gelungen hervorhebt.
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