Maxim Biller, der vor keiner Polemik zurückschreckt, zeigt im "Deutschbuch", dass Kritik immer aus Zuneigung und Anteilnahme erwächst. Seine Reportagen und Kolumnen, die von unseren kleinen und großen Dummheiten der vergangenen Dekade handeln, erzählen zugleich die Geschichte ihres Autors, der als Zehnjähriger nach Deutschland gekommen ist und hier seitdem heimisch zu werden versucht...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.07.2001
Kann das gut gehen, fragt sich Lutz Hagestedt, die um Billers einzige zwei Themen (Juden und Deutsche) kreisenden Kolumnen noch einmal auf einen Sitz zu lesen? Kann. Und gut sogar. Das Ganze mundet dem Rezensenten wie reifer Wein aus guten Schläuchen: Erstens macht man Entdeckungen - man hat sie doch nicht alle gelesen. Zweitens hat Biller ... ein breites Repertoire sprachlicher Mittel, mit denen er seinen Gegenständen Farbe und Relief zu geben versteht." Drittens und viertens lobt Hagestedt die Strenge und Distanziertheit des Autors bzw. dessen "originelle Perspektive". Fazit eines rundum glücklichen Rezensenten: Kolumnen - "fast zeitlos klar und konsumierbar."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2001
So richtig begeistern mag sich Wolfgang Lange für Maxim Billers Artikel und Vorträge über die Deutschen nicht. Den Autor hält er zwar für einen Journalisten "reinsten Kalibers" - "neugierig, ausgebufft und auf den Effekt bedacht" - aber der Rezensent fühlt sich von dem frechen, schlauen und eigenbrötlerischen Verfasser dieser Tiraden belehrt. Dabei, findet Lange, ist auch bei Biller vieles heiße Luft. Der Erkenntnisgewinn seiner Tiraden gehe oftmals gegen Null. Billers Stärken verortet Lange in seinen Karikierungen der Deutschen, seine Schwächen aber in der Auseinandersetzung mit den Dingen. Und so haben seine Attacken bei dem Rezensenten den Beigeschmack einer Plattitüde hinterlassen. Für Lange ist Biller Provokateur und Windei zugleich: "ein Enfant terrible und ein Aufschneider, ein charmanter Plauderer und eine unmögliche Figur, ein Aufrührer und Hochstapler".
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