Eine menschliche Komödie der Beziehung zwischen den Geschlechtern: Was als Spiel mit dem Feuer begann, wird für Robert zum Desaster. Betrug an seinem besten Freund, zu dessen Frau er in leidenschaftlicher Liebe entbrennt, Verrat an seiner Ehefrau, die er keineswegs verlieren will, Lüge und feige Ausflüchte gegenüber der Geliebten, bringen sein Koordinatensystem ausweglos durcheinander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2001
Karasek ist ein kluger Mann, verkündet Rezensent Gregor Diez, aber das Buch sei so auffregend wie Halbfettmargarine: keine Überraschungen, keine originellen Einfälle - ein "verbraucherfreundliches deutsches Konsensprodukt", das es mit den Qualitäten der Lätta aufnehmen könne. Für Diez hätte mehr darin gesteckt. So hätte Karasek einen "heiter-melancholischen Blick" auf die Lebenslügen seiner Generation werfen können. Statt dessen führt uns ein "gesichtsloser" Held durch ein "ortloses Deutschland". Kurz: ein "langweiliges" Buch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.09.2001
Nach seinem ersten Roman "Das Magazin" schreibt Karasek nun eine Gesellschaftskomödie: Der Protagonist Robert, ein Mann mittleren Alters, freiberuflicher Literat, verheiratet, zwei Kinder, wagt immer mal wieder und wiederholt Seitensprünge. Personen und Handlung bewegen sich im Bereich intellektuell-bürgerlicher Etabliertheit - eine Geschichte, wie aus dem Leben gegriffen. Für die Rezensentin Kristina Maidt-Zinke bewegt sich Karaseks zweiter Roman auf dem Klatschniveau von Boulevardzeitungen. Aus diesem Grund dürfte das Buch sicher erfolgreich werden, meint sie und erinnert an J. Paul: "Ich will lieber das dickste schlechte Buch schreiben als die kleinste, dünneste, gute Rezension davon."
Jochen Jung ist sich ganz sicher: Hellmuth Karaseks zweiter Roman ist eines der "schlechtest geschriebenen ernst genommenen Bücher der Saison". Um das zu illustrieren, zitiert er - fast boshaft? - in der Tat ganz miserable Stellen des Romans. Sie zeigten, dass präziser sprachlicher Ausdruck Karasek nicht wirklich interessieren könne. Voller erzählerischer Pannen sei das Buch, dessen Kapitel die Dramaturgie von (wohl schlechten?) Jugendbüchern aufwiesen. Zwar böte der Roman ein Personal in einer verorteten Konstellation, dennoch sähe der Leser nichts. Denn nichts habe der Autor gesehen und insofern auch nichts zu beschreiben. Am Ende weiß der Rezensent nicht, was für ein Roman das überhaupt werden sollte. Jedenfalls hätte ihn sein Autor weit ins Aus geschlagen.
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