Der Ost-West-Konflikt ist zu Ende, neue Weltmächte sind im Aufstieg begriffen, die demographischen und technologischen, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen verändern sich dramatisch. Wie kann sich Europa im 21. Jahrhundert behaupten? Nur wenn Europa gemeinsam auftritt, hat es angesichts der globalen Herausforderungen überhaupt eine Chance, im Konzert der Weltmächte gehört zu werden. Aber trotz großer Fortschritte ist die Europäische Union allzu schwerfällig. Eine rasche Verdoppelung der teilnehmenden Staaten kann ihre Funktionsfähigkeit entscheidend gefährden. Außen- und sicherheitspolitisch ist die EU noch lange nicht handlungsfähig, das haben zuletzt Bosnien und Kosovo gezeigt. Wenn jedoch die innere Entwicklung der EU nicht Schritt hält mit ihrer Erweiterung, dann - so die Diagnose von Altbundeskanzler Schmidt - ist ein Scheitern der EU keineswegs ausgeschlossen. Helmut Schmidt entwickelt eine Reihe von Vorschlägen für die weitere Entfaltung der Europäischen Union.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000
Der Ex-Kanzler warnt in diesem Buch vor einem möglichen Scheitern der europäischen Integration - und Schuld daran wären die Eurokraten, die die demokratischen Institutionen und nationalen Eigenheiten der Mitgliedsstaaten missachten. Darüber hinaus gibt es (sehr amerikakritische) Analysen zur gegenwärtigen Rolle der NATO, Kritik am "Raubtierkapitalismus" und sogar engagierte Thesen zu Umweltfragen. Hier freilich findet der insgesamt überaus wohlwollende Rezensent, der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer, manches doch wenig originell, anderes auch "ergänzungsbedürftig" und "hinterfragenswürdig". Als ganzes aber überzeugt ihn das Buch und auch mit dem zentralen Aufruf zur Insistenz auf dem Primat der - dezentralen, also nationalstaatlichen - Politik (gegenüber dem Zentralismus der EU und der Macht der Wirtschaft) ist er offensichtlich ganz und gar einverstanden.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…