Henner Fürtig bietet in diesem Buch einen allgemeinverständlichen Überblick über die Geschichte des modernen Irak, der 1920 nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs auf Beschluss des Völkerbunds als britisches Mandatsgebiet gegründet wurde. Er beschreibt, wie das Land nach der unter vielen Opfern erkämpften Unabhängigkeit mit verschiedenen Ideologien und Staatsformen wie der Monarchie und der Republik experimentierte, bis schließlich 1979 Saddam Hussein seine Diktatur aufgebaut und das Land in einer brutalen Unterdrückungspolitik und zwei Kriegen an den Rand des Abgrunds geführt hat. Die große ethnische Vielfalt (Araber, Kurden, Assyrer, Turkmenen) und die religiöse Heterogenität (Sunniten, Schiiten, Christen) stellen das Land auch in Zukunft vor kaum lösbare Probleme.
"Begrüßenswert" findet es Peter Wien, dass diese "erste Geschichte" des Irak geschrieben wurde, da "selbst Fachleute das Land im Zusammenhang des Nahen und Mittleren Ostens meist nur am Rande behandeln" und die allgemeine Kenntnislage nicht dem entspreche, was nötig wäre, um "das Land und die Region neu gestalten" zu können. Wahrscheinlich wurde der Band "innerhalb kürzester Zeit" geschrieben, vermutet Wien und so verwundere es nicht, dass sich ein paar "Flüchtigkeitsfehler" einschleichen konnten. Auch wäre eine Einführung in die "geografischen, sozialen und wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen" sicher hilfreich gewesen. Empfehlen möchte der Rezensent das kleine Werk vor allem denjenigen, die "einen gut geschriebenen, schnell lesbaren Überblick über die Zusammenhänge und Ereignisse" in diesem Land von 1918 bis heute suchen.
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