"Erst aus dem Nichtsein, das wir ahnen, begreifen wir für Augenblicke, dass wir leben. Man freut sich ... und weiß mit jedem Atemzug, dass alles, was ist, eine Gnade ist." Diesem Bewusstsein ist der hier vorgelegte Kanon von rund 150 Gedichten, Erzählungen und Betrachtungen verpflichtet.
Mit einer kurzen Betrachtung des Wortes `Ach` und seiner Varianten leitet Franz Schuh seine Rezension ein. Das `Ach`, kürzester aller Nachrufe und Bedauern in einem, fasst die Textsammlung des Buches von Hermann Hesse über Jörg Steiner bis Kurt Tucholsky zusammen, die sich allesamt mit der irdischen Vergänglichkeit befassen. Abgesehen von den einzelnen Beiträgen, denen der Rezensent durchaus zugetan ist, stelle sich bald eine "Einförmigkeit" ein, der auch die "Vielfalt literarischer Formen" nichts entgegenzusetzen habe. Dieses "Wiederkäuen" sei bei einer Auseinandersetzung mit dem Tod aber kaum zu umgehen. Dessen "starre Unvermeidlichkeit" lässt einem außer Zynismus und eben jener ausdauernden Wiederholung nicht viel andere Möglichkeiten der Herangehensweise, bedauert Schuh.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…