Deutsch von Friedhelm Rathjen. Herausgegeben und mit einem Anhang versehen von Norbert Wehr. Einmalige, limitierte und numerierte Ausgabe. Mit 269 Federzeichnungen von Rockwell Kent. 990 Seiten. Fadenheftung. Leinen mit geprägtem Schuber. Illustriert wird das Buch mit 268 ausdrucksstarken Federzeichnungen von Rockwell Kent, die er 1930 für eine limitierte Luxusedition des Romans schuf. Kent gehört zu den bedeutendsten Grafikern der USA (Lexikon der Kunst). Diese Bilder wurden so berühmt, dass seither viele Moby-Dick-Ausgaben im englischen Sprachraum mit Kents Illustrationen erschienen sind. Sie wurden zu Emblemata dieses mythischen Konflikts, für viele zählen sie bereits zum elementaren Bestandteil des Textes. Unsere Ausgabe ist die erste deutsche Übersetzung, die die 269 Kent-Bilder zu Moby-Dick abdruckt - bislang waren sie hierzulande nur in einer sehr schmalen Auswahl zu sehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2005
Der Rezensent Uwe Pralle will sich offenkundig nicht sehr lange mit diesem im Vorfeld lange und heftig umstrittenen Übersetzungsprojekt, das er für nicht mehr als ein "Kuriosum" hält, abgeben. Friedhelm Rathjens These, der große Roman Melvilles erweise den Autor als "frühavantgardistischen Formenzertrümmerer und Sprachverwirrer", setzt er als bekannt voraus; teilen aber möchte er sie nicht. Zumal, fügt er hinzu, dass Rathjen selbst in den Erläuterungen seines Nachworts die Belege für seine forsch formulierte These schuldig bleibe. Kurz umrissen wird das paradoxe Konzept, das einerseits für möglichst Nähe zum Original plädiert und dieses durch kein idiomatisch vertrautes Deutsch entstellt sehen möchte - dergestalt aber, dass die Übersetzung dann doch als deutscher Text "vorstellbar ist und funktioniert". Zwar, so lässt sich wohl zusammenfassen, hält Pralle die Vorstellungen Rathjens für ziemlich "verschroben", immerhin aber sei dem Übersetzer genau die Merkwürdigkeit, die er verspricht, dann auch gelungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2004
Zwei Dinge haben Rezensent Lothar Müller an diesem "Moby Dick" überzeugt. Zum einen sind da Rockwell Kents offensichtlich wunderbare, aus dem Jahre 1930 stammende Schwarzweiß-Illustrationen, denen, obwohl es sich um Federzeichnungen handelt, "der Geist des Holzschnitts" innewohne. Und zum anderen ist da Friedhelm Rathjens eigensinnige Übersetzung, die sich "dezidiert" gegen "Glättungen" oder "Einebnungen" wehrt (nach eigener Aussage habe Rathjen das Deutsch für Melvilles "manierierten Exzesse" erst erfinden müssen). Das sei nichts für feinsinnige Naturen, auf jeden Fall aber ein Leckerbissen für Melville-Liebhaber: So zum Beispiel in dieser vom Rezensenten angeführten "Slang-Passage": "Laßt das dammich Schmatz vonna Lippen nach! Massa Stubb sag, daß ihr euch dammich Bäuche bis zum Lukerein abfülln könnt, aber bei Gotts! Das dammich Speckstakel da müßt ihr nach lassen!"
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