Nach dem ungekürzten Originalmanuskript übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann. Mit einem Nachwort von Paul Auster. Ein paar Wochen verbringen der Vater und sein kleiner Sohn zum ersten Mal ganz für sich. Es sind Tage von spröder Innigkeit, die beide nicht vergessen werden. Vater und Sohn ganz für sich - um nichts anderes geht es in diesen Aufzeichnungen des großen Nathaniel Hawthorne, der sich mit seinem Roman "Der scharlachrote Buchstabe" als einer der ersten amerikanischen Autoren in die Weltliteratur eingeschrieben hat. Mitten im 19. Jahrhundert und mitten in den Wäldern von Massachusetts lebte er mit seiner Familie in einem roten Holzhaus. Als eines Tages Frau und Töchter für ein paar Wochen in die Stadt ziehen, bleiben Hawthorne und sein fünfjähriger Sohn Julian allein zurück. Ganz allein sind die beiden dann aber doch nicht, denn da ist ja noch Bunny, das Kaninchen, das Julian die Zeit vertreiben soll. Und es gibt die Nachbarn, die, zu denen man geht, um sich Milch zu holen, und die, die einem einen unerwarteten Besuch abstatten, Herman Melville zum Beispiel, auch er ein Nachbar der Hawthornes. Es sind ruhige Tage, in denen der Vater seinen kleinen Gentleman, wie er den Sohn gern nennt, so nah ist wie vielleicht noch nie. Paul Auster hat zu diesem Tagebuch ein ausführliches Nachwort geschrieben und zeigt dabei, wie gern auch er sich dem Zauber dieser Lebenswelt überlassen hat. Anderen Vätern - und nicht nur denen - wird es ebenso ergehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2011
Höchst beschwingt und tief bewegt bespricht der bekannte Anglist Werner von Koppenfels zwei kleine Neuübersetzungen von Texten Hawthornes, die an ganz unterschiedlichen Stellen herauskommen und doch zusammenzugehören scheinen. Überdies sind beide gut übersetzt und kundig eingeführt, versichert der Rezensent. Das eine ist das bei Hoffmann und Campe erschienene "Alte Pfarrhaus" eine dichte Skizeze über ein Pfarrhaus in der Nähe Bostons, in dem einst die großen Emersons wohnten und das für Hawthorne für drei Jahre Domizil war. Die ganze große frühe amerikanische Literatur ist präsent, Thoreau, Emerson und Melville - und auch der amerikanische Bürgerkrieg. Das andere Buch ist "Zwanzig Tage mit Julian und Little Bunny", ebenfalls eine laut Koppenfels höchst dicht gestrickte, stille und präzise Idylle, ein Tagebuch von drei Wochen, die Hawthorne mit seinem Sohn Julian und dessen Kaninchen und übrigens ab und an auch Melville verbrachte, während der Rest der Familie auf Reisen war. In den USA hat Paul Auster dieses Buch wiederentdeckt. Beide Bücher legt Koppenfels uns als "Überraschungsgeschenke" ans Herz.
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