Aus dem Nachlass herausgegeben von Magnus Wieland und Simon Zumsteg. "Waren wir denn je etwas anderes als ein universal begabter Lachartist?", lautet der "126. Totologismus" des im Januar 1988 erschienenen Tractatus logico-suicidalis: Über die Selbsttötung. Was aber ein 'Lachartist' - die Begriffskombination kommt nur bei Burger vor - ist, das geht konkret erst aus dem gleichnamigen Text hervor. In dieser kurzen Erzählung, die formal von den für den Autor typischen Schachtelsätzen geprägt ist, geben sich Burgers wichtigste Motive auf engstem Raum ein Stelldichein: das Problem des "Verschellens", die Faszination für das Circensische und die Zauberei, das Mutter-Trauma und die derbe Erotik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2009
Der jetzt erst aus dem Nachlass veröffentlichte Roman "Der Lachartist" dient Beatrice von Matt zu einer Hommage an Hermann Burger, der sich 1989 das Leben nahm. Tief beeindruckt zeigt sie sich von der Geschichte um den "Lachartisten" Riderius Gelan, der sich durch die sexuellen und emotionalen Erniedrigungen seiner Mutter an seiner "beschädigten Sohnexistenz" abarbeitet und sich erst mit seinem Bühnentod in Las Vegas von ihr zu befreien vermag. Die Rezensentin zeigt sich von der Kraft der Metaphern und den sprachartistischen Kapriolen des Autors höchst fasziniert. Burger sei einer der bedeutendsten Schweizer Sprachvirtuosen, die sich vom favorisierten "Minimalismus" beispielsweise eines Robert Walser entschieden absetzten und die man erst jetzt wieder zu würdigen wisse, rühmt Matt.
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