In dem 1934 zuerst in englischer Übersetzung erschienenen Roman erzählt Leo Lania anhand verschiedener Schicksale eine Geschichte der Zwischenkriegszeit und der Weimarer Republik.
Dreh- und Angelpunkt sind die Lebenswege Kurt Rosenbergs und Esther Mendels, die sich als Jugendliche erstmals in der besetzten Ukraine begegnen. Während der Erste Weltkrieg Rosenberg als Vizefeldwebel nach Borutsch führt, wächst Esther dort als Tochter eines armen Schneiders auf. Mit ihren Eltern flieht sie vor den Pogromen nach Berlin, wo Rosenberg in sicheren Verhältnissen lebt. In Berlin erleben sie die Zeit der Inflation, die Ermordung Rathenaus und die wirtschaftliche Stabilisierung in den "goldenen 20er-Jahren", in denen sich Kurt und Esther wiederbegegnen und erwachsen werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2018
Stefana Sabin sieht Lazar Hermans aka Leo Lanias Roman aus den Exiljahren zwiegespalten. Einerseits hält sie die Rührseligkeit, das Moralisieren und die psychologisch ungenauen Figuren in dem die Zwischenkriegszeit und den Übergang von der Demokratie zur Diktatur ausmessenden Roman für überholt. Andererseits erscheint ihr sein "fast schmerzhafter Realismus" in Bezug auf jüngste Vergangenheit Warnfunktion zu besitzen. Die sozialpolitische Diagnose des Zeitromans und sein perspektivisches Erzählen findet sie außerdem "ganz und gar modern".
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