Von Männern und Frauen mit kleinen Sonderlichkeiten erzählen diese Feuilletons. Nicht wenige von ihnen handeln vom, seien wir ehrlich, nicht durchweg zuckrigen Leben der metropolitanen Single-Frau, die als Ablenkung vom Liebeskummer Antworten auf existenzielle Fragen sucht: Warum wandern trotz Frauenbewegung die Hüfthosen an der weiblichen Anatomie immer tiefer? Warum sitzen Frauen immer noch nicht am Steuer und wieso tragen Männer nach wie vor keine Röcke?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2006
Jürgen Kaube hat schon sehr gute Feuilletons gelesen. Polgar zum Beispiel, oder Chesterton. Bei "jüngeren Anstrengungen zu dieser Form" will er jedoch einen Konstruktionsfehler ausgemacht haben: Autoren nehmen nur noch ihre "Lizenzen", nicht aber die "Bedingungen" wahr, sie wollen sich "ungewaschene Subjektivität" erlauben, ohne die "durchgearbeitete Rhetorik" zu liefern. Und so bekommt auch die Feuilletonsammlung "ABC der Freiheiten" seiner Frankfurter Kollegin Hilal Sezgin ihr Fett weg: Da werde, schimpft der Rezensent, "pseudoexemplarisch" drauflos geschrieben - über "Mädchenthemen", wie Hüfthosen, Handtaschen, Flirts, aber immer augenzwinkernd, so als sei das alles dann doch gar nicht so wichtig. Warum also aufschreiben? Genervt hat ihn auch der Ton der Autorin, den er als bemüht "lustig und niedlich" beschreibt, den er aber höchstens unfreiwillig komisch finden kann.
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