Mit Schwung seziert Wiglaf Droste die sprachlichen Entgleisungen der Deutschen, den Neusprech aus "Nachhaltigkeit" und "Transparenz", in dem "Teamplayer" und "Goods Flow Mitarbeiter" gefragt sind, "Apps zum Entdecken von Apps" aufwendig "kuratiert" werden und den das Lied eines halbalphabetischen Sängers quasi "im Paket" zusammenfasst: "Wenn Worte meine Sprache wären". Droste spürt der "gefühlten Unsportlichkeit" nach, analysiert die "cremige Fülle" eines Weins, die "Menschenrechte" aus dem Hause Hoeneß und einen "sich nach allen Seiten absichernden Mehrzweckjournalimus", der mit "Jogi" immer nur Joachim Löw und niemals Jogi Gauck meint. Im Sprachschlamassel entdeckt Droste aber auch jede Menge Kleinode wie "betropetzt".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2013
Als nicht seinem eigentlichen Können gemäß beschreibt Rezensent Hansgeorg Hermann Wiglaf Drostes Versuch, dem großen Satiriker Friedrich Karl Waechter nachzueifern. Was jenem gelang, mit geschliffenem Wort die Würde des Menschen als Bürde zu entlarven, misslingt Droste laut Hermann insofern, als der Autor seinen Gegner nicht unter den Mächtigen und bei der Staatsgewalt sucht, sondern unter den Dummen und Ängstlichen und bei den kleinen Spießern, die ihn im Kaffeehaus auf die Nerven gehen. Der Rezensent findet das zwar bisweilen lustig, doch im Ganzen nicht befriedigend.
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