"Gute Hoffnung" in Zeiten der Pränataldiagnostik: Eltern erwarten von vorgeburtlichen Untersuchungen die Bestätigung, dass ihr Kind gesund ist. Und müssen nicht selten über Leben und Tod entscheiden. Auf diesen Konflikt sind die wenigsten vorbereitet! Dürfen Normen wie Tötungsverbot und Gleichbehandlungsgrundsatz ausgehebelt werden? Allein mit dem Ziel, Krankheit und Behinderung vorzubeugen? Diese Fragen scheinen tabu doch wir müssen uns ihnen stellen. Schwangere und Paare nicht allein lassen, ihnen aber die Verantwortung für ihre Entscheidungen zumuten: Das ist Ziel dieses Buches.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2011
Rezensent Michael Pawlik erklärt eindringlich den Unterschied zwischen ethischer Reflexion über ein heikles, komplexes Thema wie die Elternschaft in Zeiten der Pränataldiagnostik und den moralischen Schlussfolgerungen des Einzelnen, der vor die Herausforderung gestellt wird, ein möglicherweise behindertes Kind anzuerkennen. Was das Buch der Moraltheologin Hille Haker in dieser Hinsicht leistet, findet Pawlik unschätzbar. Etwa, wenn er durch Haker erfährt, wie die Gesellschaft das Problem mit Hilfe der Medizin erst an den Einzelnen delegiert und sich so der Verantwortung entzieht, oder dass die Selbstsorge in der Fürsorge nicht vergessen werden darf. Hier sieht Pawlik einen Angelpunkt der ethischen Diskussion. Weil die individuelle Abwägung zwischen Fremd- und Selbstsorge nur auf "bestmöglicher Tatsachenbasis" erfolgen sollte.
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