Mit 40 zum Teil farbigen Abbildungen. Gibt es überhaupt eine christliche Kunst in der Moderne? Aus theologischen Quellen, künstlerischen Zeugnissen und ästhetischen Theorien sowie anhand zahlreicher Beispiele entwirft dieses Buch einen Überblick über die mehr als 2000jährige spannungsreiche Beziehung zwischen Bilderverbot, Glaubensvermittlung und dem Autonomiestreben der Kunst. Phasen radikalen Bilderverbots und wirkungsvollen Bildgebrauchs prägen die spannungsreiche Beziehung von Christentum und bildender Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.04.2002
In seiner Arbeit über das Verhältnis von Kunst und Christentum plädiert der Theologe Horst Schwebel für eine Begegnung von Kirche und moderner Kunst auf gleichem Niveau. Ein ehrenvolles Vorhaben findet Rezensent Norbert H. Ott. Was dabei allerdings herausgekommen ist, gefällt dem Rezensenten weniger. Kaum mehr als den "wohlgemeinten Versuch, heutigen Priestern, Pastoren und Gemeindemitgliedern ihre Vorbehalte gegen die mitunter verstörende Botschaft gegenwärtiger Kunst auszutreiben", erblickt der Rezensent in Schwebels Arbeit. Ott kritisiert insbesondere, dass Schwebel nur innerkirchlich argumentiert und die fächerübergreifende Diskussion über Kunst und Christentum weitgehend ignoriert. Schwebels Überblick über die Geschichte des Verhältnisses von Kirche und Kunst über die Jahrhunderte hinweg tadelt er als "knapp" und "farblos". Überhaupt erblickt der Rezensent bei Schwebel einen Fall von Etikettenschwindel, bietet doch der Text nicht seines Erachtens nicht, was der Titel verspricht, nämlich die Geschichte eines Konflikts. Das Buch über die Konfliktgeschichte von Kunst und Christentum jedenfalls harre noch immer seines Autors.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.03.2002
Der Titel halte nicht, was er verspricht, resümiert die Rezensentin Ulrike Brunotte ihre Kritik. Der Autor verharre im größten Teil seiner Studie innerhalb eines kirchlichen Rahmens, den er kaum verlasse, um sich wirklich der Kunst zu öffnen. Der theologischen Kunsttheorie und der Begegnung von Kirche und Kunst nach 1945 wird zwar fast ein Drittel des Buches gewidmet, aber die Analysen der einzelnen künstlerischen Werke erreichen für Brunotte nicht das Niveau anderer fächerübergreifender Arbeiten. Der Überblick über die tausendjährige Geschichte des Bildes, bevor es Kunst wurde, wird zwar auch geschildert, doch dieser sei "eher spannungslos". Die These des Autors, dass die moderne Kunst ihren Ursprung in der Reformation habe, ohne dabei auf die Bedeutung der Renaissance einzugehen, scheint der Rezensentin charakteristisch für das ganze Buch und werfe doch deutlich Zweifel auf.
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