Hubert Mania

Kettenreaktion

Die Geschichte der Atombombe
Cover: Kettenreaktion
Rowohlt Verlag, Reinbek 2011
ISBN 9783498006648
Gebunden, 351 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

1896 spürte Henri Becquerel im Uran eine seltsame Strahlung auf, die Marie Curie Radioaktivität nannte. In den folgenden Jahrzehnten lieferten die deutschen Physiker Max Planck, Albert Einstein und Werner Heisenberg grundlegende Beiträge zum Verständnis der Prozesse im Atomkern. In Göttingen, dem Zentrum der internationalen Kernphysikergemeinde, ließ sich auch der amerikanische Student J. Robert Oppenheimer auf diese Disziplin ein. Anfang 1939 elektrisierte die Nachricht von Otto Hahns Kernspaltung die Forscher. Der erste Schritt zur Entfesselung der Atomenergie war getan. Ein halbes Jahr später brach der Zweite Weltkrieg aus. Und plötzlich standen sich die bisher befreundeten und eifrig kommunizierenden Physiker als Geheimnisträger in verfeindeten Machtblöcken gegenüber.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.03.2011

Ludger Lütkehaus stellt zu Beginn seiner Besprechung klar, dass er Hubert Manias "Geschichte der Atombombe" vor den Ereignissen von Fukushima gelesen hat, die Kritik selbst hat er in der Folge der drohenden Katastrophe nur leicht verändert. Mania, erklärt Lütkehaus, beschreibt die Geschichte der Radioaktivität, die von zahlreichen Wissenschaftlern in tollkühnen, auch selbstmörderischen Versuchen erforscht wurde. Von Marie und Pierre Curie erzählt er etwa, dass ihre Notizhefte noch heute so verstrahlt sind, dass sie in Bleikästen aufbewahrt werden müssen. Die Fehlgeburt, die Marie Curie erlitt, und ihr früher Tod dürften ebenfalls auf das Konto ihrer Radiumbestrahlung gehen. Außerdem lernt Lütkehaus, dass die Angst der Alliierten vor einer Atombombe der Nazis nicht so unbegründet waren, wie die deutschen Wissenschaftler Carl Friedrich von Weizsäcker und Werner Heisenberg immer beteuerten. Der Rezensent räumt ein, dass Mania die Atomgeschichte nicht neu schreibt, was den Rezensenten aber beeindruckt hat, ist, wie er Wissenschaftsgeschichte als Konkurrenzgeschichte beschreibt. Auch dass spürbar wird, wie sehr die Wissenschaftler von diesem "goldenen Zeitalter der Physik" fasziniert waren.

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