Zu Beginn dieses sonderbaren Zeitalters, dessen skurrile und abgründige Seiten Cooke intensiv beleuchtet, wollte man glauben, dass die Atombombe Kriege für immer verhindern würde. Und es herrschte ein naiver Fortschrittsglaube an eine saubere, billige und ewig zur Verfügung stehende Energiequelle. Was Politiker, Militärs und Energiekonzerne stets verschwiegen: Bombe und Akw sind siamesische Zwillinge, und die Propaganda für "sauberen" Atomstrom war stets auch dem Streben nach waffenfähigem Spaltmaterial geschuldet. Keines der Probleme, die mit dieser Technologie verbunden sind, ist gelöst: Die Endlagerfrage für hochradioaktiven Atommüll ist weltweit nicht beantwortet, die Sicherheit von Akws nicht gewährleistet, und es gibt immer noch Zehntausende von Atomsprengköpfen auf der Welt, die die Menschheit mehrfach auslöschen könnten. Dieses Buch ist ein Appell, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2010
Sichtlich geht dem Rezensenten Günter Paul die ganze Stoßrichtung des vorliegenden Bandes gegen den Strich. Den, wie er findet, "einseitigen" Anti-Atom-Animus der Autorin teilt er ausdrücklich nicht. Und er macht auch sehr deutlich, dass Stephanie Cooke, was die physikalischen Grundlagen der Atomkraft angeht, deutliche Wissenslücken aufweist. Dennoch kann er nicht leugnen, dass diese "Geschichte des nuklearen Zeitalters" hoch interessante Kapitel enthält, insbesondere zur Atommacht-Werdung von Israel, Nordkorea oder Pakistan. So fällt das Gesamturteil gemischt aus: Manches "Spannende", insgesamt aber ein Mangel an "Überzeugungskraft".
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