Kurz vor Hitlers Machtergreifung im Jahr 1933 lernen sich der junge Wissenschaftler Wolfgang Gentner und sein französischer Kollege Frédéric Joliot-Curie am Institut du Radium in Paris kennen. Es ist die Zeit bahnbrechender Erkenntnisse der Physik, von Albert Einstein bis zu Marie Curie. Gentner forscht gemeinsam mit Curies Tochter Irène und ihrem Mann Frédéric zu künstlicher Radioaktivität. Experimente, die den Joliot-Curies den Nobelpreis einbringen werden. 1940 kehrt Gentner im Auftrag des deutschen Uranprojekts nach Paris zurück. Er soll Joliot-Curies Forschung überwachen und den Nazis wichtige Erkenntnisse für den Bau der Atombombe sichern. Doch der französische Kollege beginnt, verdeckt für die Résistance zu arbeiten, sein Labor wird zum Zentrum des Widerstands. Gentner kooperiert scheinbar mit den Nazis, denkt sich immer neue Vorwände aus, um die Deutschen am Zutritt zum Labor zu hindern und die Freilassung französischer Widerständler aus den Fängen der Waffen-SS zu bewirken - ein doppeltes Spiel, bei dem Gentner alles riskiert und das seinen Freunden gleich mehrfach das Leben rettet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.01.2025
Viel lernt Rezensent Günther Wessel aus Astrid Vicianos Buch über die Versuche von Wissenschaftlern, sich nicht von den Nationalsozialisten instrumentalisieren zu lassen. Im Zentrum steht ein Labor am Collège de France, in dem in den 1930ern die Forschung zur Kernspaltung vorangetrieben worden war, und wo die Deutschen in den 1940ern eben diese Forschung in Richtung Waffentechnik ausbauen wollten, referiert Wessel. Besonders wichtig in diesem an einzelnen Forscherpersönlichkeiten orientierten Buch sind laut Rezensent der französische Forscher Frédéric Joliot-Curie, der für die Resistance aktiv war, sowie der Deutsche Wolfgang Gentner, der im Nazi-Auftrag das Labor beaufsichtigte, tatächlich aber kein Hitler-Anhänger war und gemeinsam mit den Franzosen dafür sorgte, dass in Paris keine Arbeiten mit militärischem Nutzen entstanden. Das alles ist gut recherchiert und hat auch erzählerisch Schwung, lobt Wessel, dessen guter Eindruck auch von gelegentlichen Wiederholungen nicht getrübt wird.
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