Hugo Hamilton

Ein schlechter Verlierer

Kriminalroman
Cover: Ein schlechter Verlierer
Steidl Verlag, Göttingen 2001
ISBN 9783882437737
Gebunden, 261 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Übersetzt von Georg Deggerich. Irland hat sich verändert: Illegale ins Land zu schleusen bringt mehr ein, als ein paar Makrelen zu fischen. Die höchsten Lebensziele der irischen Gesellschaft sind Konsum und unbeschwerter Genuss. Wer anders als der Polizist Pat Coyne, der letzte Held von Dublin, sollte sich der Spaßgesellschaft wiedersetzen? Wer sonst sollte Irland retten und die alten Werte zu neuem Leben erwecken?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2001

Renate Schostack hat im vorliegenden Roman folgende Zutaten entdeckt: Man nehme einen irischen Polizisten, der nach einem Unfall psychisch geschwächt ist, verwickle diesen in ein Verbrechen mit tödlichem Ausgang - und fertig ist der Kriminalroman. Nebenbei erfahre der Leser viel über das heutige Irland, "das sich im rasanten Umbruch befindet", schreibt Schostack. Besonders die irischen Essgewohnheiten würden "quer durch die sozialen Schichten" ausführlich beschrieben. Die Rezensentin lobt zwar die flotte und freche Art dieses Romans; mit dem Humor, der sich für sie vornehmlich in Plattitüden und misslungenen Wortspielen äußert, kann Schostack nur wenig anfangen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2001

Zwar gibt es in Hamiltons Roman einen Kommissar und Verbrecher und Verbrechen, sogar so viele, dass es bald drunter und drüber geht - ein konventioneller Kriminalroman ist "Ein schlechter Verlierer" aber nicht. Coyne, der Kommissar, nämlich kämpft "seine letzten Rückzugsgefechte", Thema des Romans ist das neue irische "Wirtschaftswunder", dem der Autor, so der Rezensent H.G. Pflaum, mit "grimmigem Witz" beizukommen versucht. Die Nostalgie seines Helden jedoch teilt der Autor nicht, der Rezensent scheint froh darüber, obwohl er sich in der kurzen Besprechung mit einer klaren Wertung zurückhält.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.08.2001

H.G. Pflaum erläutert dem Leser mehr, worum es in diesem Buch geht, als dass er ein dezidiertes Urteil über diesen Krimi abgibt. Lediglich mit der Anmerkung, dass es sich um einen "mitunter verwegen komischen Roman" handelt, der auch "grimmigen Witz und bissige Ironie" zeige, geht Pflaum in Richtung einer Bewertung. Ansonsten informiert der Rezensent, dass es hier nicht in erster Linie um "kriminalistische Ermittlungen und die Aufklärung einer Straftat" geht, sondern um das neue Irland und das Wirtschaftswunder in diesem Land, ohne dass dabei sentimental alten Zeiten hinterhergetrauert werde. Thema ist hier, wie der Leser erfährt, das Schleusen von Einwanderern nach Irland, und natürlich gibt es auch Tote. Dabei stellt Pflaum resümierend fest, dass dieses Buch "nicht zu jener Sorte Krimis (gehört), die eine Wiederherstellung der Ordnung suggerieren".

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