Ich werde dann gehen

Erinnerungen an Oskar Brüsewitz
Cover: Ich werde dann gehen
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2006
ISBN 9783374023981
Gebunden, 238 Seiten, 12,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Karsten Krampitz, Lothar Tautz und Dieter Ziebarth. "Herr, ich habe nach meiner Phantasie gelebt - Phantasie für dich. Ich brauchte ein wenig wilde Freiheit, ein wenig Taumel im Herzen und den fremden Geschmack von unbekannten Blumen. Die Schafe verstehen nichts! Sie rupfen alle und allzeit im selben Sinn und käuen dann endlos wieder. Ich, ich bin gesprungen inmitten deiner Schöpfung, über Abgründe hinweg, über den Abgrund meines Herzens, dir in die Arme." Es ist der 18. August 1976. Mitten in der Stadt Zeitz stellt der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz Protestplakate auf, übergießt seinen Talar mit Benzin und setzt sich selbst in Brand. Die Nachricht von der Selbstverbrennung eines DDR-Pfarrers ging um die Welt und brachte die SED-Regierung in Erklärungsnotstand. Für die Kirchenleitung, Angehörige, Freunde und Weggefährten war die Tat ein tiefgehender Schock und ein aufrüttelndes Signal. Dieses Buch vereint authentische und bewegende Erinnerungen und Erfahrungen von Menschen, die in ganz unterschiedlicher Weise und an veschiedenen Orten in das Geschehen involviert waren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2007

Aufschlussreich scheint Peter Jochen Winters dieser Band, der an Pfarrer Oskar Brüsewitz erinnert, dessen Selbstverbrennung 1976 das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in der DDR erschütterte. Wie er berichtet, widmet sich der Band vor allem der "Verarbeitung" der Tat von Brüsewitz. Neben dem Beitrag von Richard Schröder hebt Winters die Einschätzung von Manfred Stolpe hervor, der in Brüsewitz einen "Vorboten des Systemwechsels" erkenne, der mit seiner Tat die DDR verändert habe. Außerdem findet er in dem mit Fotos und Dokumenten ausgestatteten Band eine eingehende Behandlung des infamen Kommentars des SED-Zentralorgans "Neues Deutschland" zur Selbstverbrennung des Pfarrers sowie der dagegen protestierenden Eingabe von 25 jungen Marxisten an SED-Generalsekretär Honecker.
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