Im Schatten der Tradition

Eine Geschichte des IfS aus feministischer Perspektive
Cover: Im Schatten der Tradition
Bertz und Fischer Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783865058553
Kartoniert, 256 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Christina Engelmann, Lena Reichardt, Bea S. Ricke, Sarah Speck und Stephan Voswinkel. Die Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (IfS) wird in der Regel anhand der Biografien und Werke männlicher Protagonisten erzählt. So erscheint das Institut als Ort einer intellektuellen Tradition, in der weder Frauen noch Fragen der Geschlechterverhältnisse eine Rolle spielen. Dementgegen wirft der vorliegende Band einen dezidiert feministischen Blick auf die 100-jährige Geschichte des IfS und verdeutlicht die hartnäckige androzentrische Ausblendung der Tätigkeiten von Frauen am und im Umfeld des Instituts in seiner gängigen Geschichtsschreibung. Die versammelten Beiträge vergegenwärtigen, dass das IfS von Beginn an Frauen in die Forschung eingebunden hat und dass zu verschiedenen Zeitpunkten geschlechtertheoretische Überlegungen am Institut entwickelt wurden, die in Verbindung zu politischen Debatten standen. Zugleich zeigt die Rekonstruktion biografischer Wege ausgewählter Wissenschaftlerinnen die institutionellen Beschränkungen, mit denen Frauen bis weit ins 20. Jahrhundert in der wissenschaftlichen Arbeit konfrontiert waren. Der Band beleuchtet die ambivalenten Ein- und Ausschlüsse von Frauen sowie Modi der Arbeitsteilung und damit einhergehende (Un-)Sichtbarkeiten in der Wissenschaft im Allgemeinen und am Institut im Besonderen. Mit Beiträgen von: AK Gender, Kinship, Sexuality, Bruna Della Torre, Veronika Duma, Christina Engelmann, Lena Reichardt, Bea S. Ricke, Judy Slivi, Sarah Speck, Karin Stögner, Barbara Umrath und Stephan Voswinkel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2025

Rezensent Jörg Später begrüßt den von C. Engelmann und anderen herausgegebenen Band, der ein etwas anderes Licht auf die Kritische Theorie wirft, indem er übersehene Frauen und "nicht beachtete Wissensbestände" im Umkreis von Adornos Institut für Sozialforschung in Frankfurt in den Fokus nimmt, so der Kritiker. Der am IfS selbst enstandene Band bietet für Später einiges Neues, etwa mit Barbara Umraths Seitenblicken auf weniger bekannte Beiträger zu den "Studien über Autoriät und Familie" oder Karin Stögners Text über Else Frenkel-Brunswik. Auch die Zeit nach Adorno wird im Band behandelt, erklärt Später.

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