Aus dem Arabischen und mit einem Nachwort von Hartmut Fähndrich. In einem mehrstöckigen Haus, auf der westlichen Seite der Demarkationslinie zwischen dem muslimischen West- und dem christlichen Ostbeirut, leben die vier Frauen Lilian, Warda, Kamilja und Maha. Sie sind unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und sozialer Herkunft. Ihre Lebensperspektiven sind grundverschieden. Nacheinander erhalten die Protagonistinnen das Wort, um loszuwerden, was der Bürgerkrieg mit und aus ihnen gemacht hat. Sie erzählen von Grenzerfahrungen, von Verlust und Verletzung, aber auch vom Versuch, trotz aller widrigen Umstände weiterleben zu können. "B wie Beirut" ist ein sehr intimes Buch, das tief eindringt in den Horror, den der Krieg die vier Frauen erfahren liess, auch in die Enttäuschung, die sie durch ihre Umgebung erfuhren. Sie versuchen sich erzählend zu befreien, zu erlösen. "Es heißt, der Krieg ist zu Ende", sagt Maha am Schluss, "meine Geschichte ist es noch lange nicht."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2008
Mit Lob bedenkt Rezensentin Angela Schader diesen Roman über den von 1975 bis 1990 dauernden Bürgerkrieg in Beirut, den Iman Humaidan-Junis vorgelegt hat. Wie die Autorin diese traumatische Zeit aus der Sicht von vier Frauen darstellt, hat die Rezensentin sehr beeindruckt. Sie bescheinigt der Autorin, diese Jahre nicht als Geschichtslektion "bequem aus der Retrospektive" zu erzählen, "sondern mitten aus den gewaltsam gesprengten Lebensverhältnissen heraus". Berührt zeigt sich Schader von der Fähigkeit der Protagonistinnen, sich mit der Realität des Kriegs zu arrangieren. Diese Fähigkeit prägt für sie die Erzählhaltung der Figuren und die Atmosphäre des Romans. Besonders würdigt sie in diesem Zusammenhang die Sensibilität bei der Darstellung des in das Leben "dringenden, formlos sich ausbreitenden Entsetzens".
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