Mit einer Freundin und einem sehr alten VW-Bus durchstreift die Autorin Namibia. Sie begegnet ganz verschiedenen Menschen und einer überwältigenden Natur. Sie besucht deutsche Emigranten, engagierte Pfarrer, politische Aktivistinnen und Aktivisten, Dropouts und eine grüne Politikerin. Die verheerenden Auswirkungen von Kolonialismus und Rassismus sind immer noch präsent. Die Autorin verfolgt die Spuren der deutschen Kolonisation, die 1904 im Völkermord an den Hereros und Nama einen erschütternden Höhepunkt fand. Die Reise ist aber auch voller Überraschungen und Abenteuer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.05.2005
Nur wer reisen will, "ohne etwas zu sehen", ist mit Inge Vietts neuem Buch gut bedient, warnt Rezensent Jürgen Zimmerer. Die Autorin, bekannt durch ihre Mitgliedschaft in der RAF, ist drei Monate lang in einem VW-Bus durch Namibia gefahren, der ehemaligen Kolonie, die die hiesige "schreibende Zunft" mehr und mehr begeistert. Doch die "zahlreichen Abenteuer", die Viett in Afrika erlebt hat, machen sie nach Meinung des Rezensenten noch lange nicht zu einer Kennerin der "wahren afrikanischen Stimmungslagen". So ist ihr Reisebericht, in dem die Autorin immer wieder ihre Schuldgefühle gegenüber der schwarzen Bevölkerung kundtut, für seinen Geschmack zu sehr von "missionarischem Charakter" geprägt. Verärgert zeigt sich der Kritiker angesichts der "unkritischen und verharmlosenden" Urteile, die Viett über Despoten wie Mugabe fällt. Dass einige der ehemals Unterdrückten heute zu Unterdrückern geworden seien, dürfe man nicht ignorieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.03.2005
Ein wenig ratlos lässt einen Rudolf Walthers Besprechung dieses Bandes zurück, in dem Inge Viett von einer Reise nach Namibia berichtet. Walther lobt ihre guten Kenntnisse der deutschen Kolonialgeschichte und die "sensiblen" Beobachtungen, die sich nicht nur auf "unglaubliche Sonnenuntergänge", sondern auch auf die "Menschen" und die heutigen Probleme des Landes beziehen. Unklar bleibt, was Walther an diesem Buch findet und warum er es bespricht: Über Neuigkeitsgehalt oder Erkenntnisgewinn verliert er kein Wort. Dass Viett schließlich Nerven zeigt, weil sie "die Probleme nicht lösen" kann, kommentiert der Rezensent orakelnd mit den Worten "Reisen können bilden."
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