2 CDs, 90 Minuten. Hörspiel-Produktion von Schweizer Radio und Fernsehen von 1971. Vor einem New Yorker Gericht wird ein Mörder verhört, zu dessen Opfern Jennifer gehört. Der Täter, der sich selber "Der gute Gott von Manhattan" nennt, erzählt die Geschichte von Jan und Jennifer, die beinahe das Glück einer vollkommenen Liebe erfahren hätten: Ein Zustand, der das Liebespaar aus der Welt katapultiert und zugleich zu einer Bedrohung für den normalen Lauf der Dinge gemacht hätte. Grund genug für den Angeklagten, die Liebenden in die Luft zu sprengen. Jan entgeht allerdings dem Anschlag, da er sich - für einen Augenblick bloß - der Beziehung entzogen und alleine einen Drink genommen hat. Ingeborg Bachmanns großes Thema - die Schuld der Männer am Tod der sie liebenden Frauen - klingt hier zum ersten Mal an.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2014
Rezensent Alexander Kosenina freut sich, dass Ingeborg Bachmanns 1958 erschienenes und 1971 für den Schweizer Rundfunk produziertes Hörspiel "Der gute Gott von Manhattan" neu aufgelegt worden ist. Einmal mehr lauscht der Kritiker gebannt Bachmanns desillusioniertem Blick auf die Liebe zwischen Mann und Frau. Erzählt wird die Geschichte Gottes, der sich vor Gericht dafür verantworten muss, einen Anschlag auf das Liebespaar Jennifer und Jan verübt zu haben. Bei seinem Kampf gegen Liebende helfen ihm die Eichhörnchen Billy und Frankie, die hier, so Kosenina, herrlich "schrill" inszeniert werden. Nicht zuletzt erkennt der Autor in diesem brillant inszenierten Hörspiel die tragische Lebensgeschichte der Autorin wieder.
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