Giuseppina Strepponi war zweitens über 50 Jahre lang die Frau und Kunstgenossin Giuseppe Verdis - und damit allzu oft kaum mehr als eine Fußnote in Verdi-Biographien. Erstens war sie jedoch eine erfolgreiche Sängerin, eine Prima Donna der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts; eine selbstbewußte, liebevolle, irritierende Frau, die "ihr Leben meisterte" (und freiwillig in den Schatten Verdis stellte); eine "Frau mit Vergangenheit", die sich eingestehen konnte: "Sich ausschließlich für einen Mann zu interessieren, ist in der Theorie bewundernswert, in der Praxis ein Irrtum". Und "die Peppina" war eine temperamentvolle, oft witzige, manchmal traurige, auch einsame Briefschreiberin - ihre Briefe geben Einblick in den (Opern-)Alltag wie in die Wirren der Zeit und gestatten einen sehr persönlichen Blick auf Verdi.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.01.2004
Eine faszinierende Frau, eine solide Biografie - für Marianne Zelger-Vogt hat sich die Lektüre gelohnt, doch das liegt weniger an den Erkenntnissen der Autorin als am Lebenslauf einer Frau, die ein halbes Jahrhundert lang an Guiseppe Verdis Seite lebte und arbeitete. Guiseppina Strepponi, berichtet Zelger- Vogt, war eine emanzipierte, vielseitige Frau, die in jungen Jahren als Primadonna gefeiert wurde, sich aus Krisen kämpfte und später, als Partnerin Verdis, keinesfalls zu seinem stummen Schatten wurde, im Gegenteil. Die Biografie bleibt nach Angaben der Rezensentin dagegen etwas blass. Irene Tobben habe keine eigene Quellenforschung unternommen und sich ganz auf die Arbeit von Kollegen verlassen, außerdem sei sie allzu zurückhaltend, was die Kommentierung angeht.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…