Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.04.2000
In einer nicht sehr inspirierten Doppelrezension bespricht Thomas Baltensweiler zwei Sängerinnen-Biografien. Dabei entdeckt er überraschende Gemeinsamkeiten zwischen den "denkbar unterschiedlichen" Sängerinnen Anja Silja und Kiri Te Kanawa: Beide waren musikalische Wunderkinder, beide wurden nicht von ihren Eltern großgezogen und beide haben gescheiterte Ehen vorzuweisen.
1) Anja Silja: "Die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren" (Parthas Verlag)
Wenig sagt Baltensweiler über das Buch, viel dafür über die Männer in Anja Siljas Leben. Aber vielleicht sind die ja tatsächlich das wichtigste in dieser Autobiografie. Besonderen Raum nehme Wieland Wagner ein, doch "erfährt man wenig über die Arbeitsweise des Regisseurs", berichtet Baltensweiler.
2) Garry Jenkins/Stephen d`Antel: "Kiri Te Kanawa" (Piper Verlag)
Diese Biografie vermittelt ein "einprägsames Bild davon, wie eine internationale Karriere aufgebaut wird", lobt der Rezensent. Die Autoren bemühten sich um einen "betont nüchternen Stil", der für Baltensweiler das Private weniger "voyeuristisch" macht. Als positiv vermerkt er auch, dass die Autoren ausführlich über die "Schattenseiten" von Kanawas Karriere schreiben, die sich zum Teil auch geschickter Publicity verdanke, gleichzeitig aber zeigten, unter welchem psychischen Druck ein Star wie Kanawa steht.
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