Anfang der achtziger Jahre hat Irina Liebmann das Viertel um den Hackeschen Markt fotografiert. Was als Material für einen Roman gedacht war, wurde zu einer Fotoserie. In einem begleitenden Essay geht sie ihren eigenen Erinnerungen als Bewohnerin dieses Viertels zu DDR-Zeiten sowie seiner Geschichte nach.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2010
Rezensent Stephan Speicher will Irina Liebmanns Fotobuch "Stille Mitte von Berlin", für den sie Anfang der 1980er Jahre den damals noch so gar nicht schicken Bezirk Berlin-Mitte in Gesprächen und Fotos erkundete, nicht gleich in den Rang eines "Hauptwerks" erheben. Aber begeistert ist er doch von diesem schmalen Band zur späten DDR. Fasziniert zeigt er sich insbesondere von der "Idylle des Ausgeschaltetseins", die sich ihm hier darbietet. Aus den Begegnungen mit alten Mitte-Bewohnerinnen lerne man zwar beispielsweise nicht unbedingt Neues zur Geschichte des Nationalsozialismus, dennoch vermittele sich hier, wie "schwierig es ist, sich zur Geschichte zu verhalten und wie widersprüchlich die Eindrücke" bis heute seien, so der Rezensent. Insbesondere aber die Atmosphäre des damals noch so still und verstaubt wirkenden Bezirks hat sich ihm in den wie verblichen wirkenden Fotos offensichtlich sehr eindrücklich offenbart.
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