2 CDs mit 1 Stunde 36 Minuten Laufzeit. Frankfurt, 1936: Die 19-jährige Sanna hat große Pläne - zusammen mit ihrem Freund will sie einen Zigarettenladen aufmachen. Doch Franz wird von einem Konkurrenten, einem SA-Mann, denunziert und verhaftet. Nach seiner Freilassung rächt Franz sich bitter und Sanna muss sich plötzlich entscheiden: für oder gegen ihre große Liebe...
Irmgard Keun erzählt in ihrem ersten Exil-Roman, der 1937 erschien, über den Alltag der Menschen in der nationalsozialistischen Diktatur - zwischen Angepasstheit und Widerstand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2018
Rezensent Alexander Kosenina empfiehlt die Hörspielfassung von Irmgard Keuns Roman als Fortführung und Ergänzung der Lektüre. Außerordentlich wird das Erlebnis für den Hörer nur, wenn er sich die Voraussetzungen des genau komponierten Textes aneignet, meint Kosenina. Dass das Beiheft diese Informationen (etwa über die unterschiedlichen Perspektiven von fast zwei Dutzend Sprecherrollen) nicht liefert, findet er schade. So muss er immer wieder Nachhören, um differenzieren zu können, auch wenn er die mit Lisa Wagner "großartig" besetzte Hauptstimme klar unterscheiden kann. Vor allem Keuns Kunst feiner Übergänge zwischen Nazi-Jargon und Parodie sollte der Hörer nicht verpassen, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2018
Florian Welle findet Irmgard Keuns Roman in der Hörspielfassung von Barbara Meerkötter gut getroffen. Die verschleierte, von Müdigkeit geprägte, fast surreale Atmosphäre, in der sich die 19-jährige Ich-Erzählerin bewegt, hervorgerufen durch die brüchige Stimme der Sprecherin Lisa Wagner und den zurückhaltenden Realismus der Inszenierung, scheint ihm den latent bedrohlichen Alltag im Nazideutschland von 1936, wie Keun ihn beschreibt, gut einzufangen. Unwirklich und gespenstisch, findet Welle.
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