Herausgegeben von Paul Raabe. Die Ausgabe enthält sämtliche zwischen 1911 und 1918 noch zu Lebzeiten des expressionistischen Dichters Jakob van Hoddis veröffentlichten Gedichte - inklusive der Sammlung "Weltende" von 1918 -, herausgegeben und mit einem Nachwort von dem Expressionismus-Forscher Paul Raabe.
Der 1887 in Berlin geborene Jakob von Hoddis, der eigentlich Hans Davidsohn hieß, gründete 1909 zusammen mit anderen Dichtern und Denkern in Berlin das "Neopathetische Cabaret", in dem sich Autoren wie Georg Heym und Else Lasker-Schüler zu antibürgerlichen Leseabenden trafen, informiert Rezensent Krischan Schroth. Der junge Hoddis bewies nicht nur mit diesem Salon Gespür für eine neue Zeit, sondern thematisierte auch in seinen Gedichten das sich ausbreitende technische Zeitalter, so der Rezensent. Nun liegt sein lyrisches Werk noch einmal vor, ergänzt mit Texten über Hoddis Verleger Franz Pfemfert und Herwarth Walden, berichtet Schroth. "Interessant" sei Hoddis Lyrik vor allem heute noch unter dem Aspekt der Zeit ihrer Entstehung, findet der Rezensent. Und vielleicht haben die Gedichte über das technische Zeitalter bald hundert Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung an Aktualität noch gewonnen, grübelt Schroth. Er jedenfalls hat viel Vertrautes wahrgenommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.07.2001
Das titelgebende Gedicht findet Martin Luchsinger schon mal "sensationell". Überhaupt lobt er den "anti(bildungs-)bürgerlichen und antizivilisatorischen Furor dieser Texte" und freut sich an diesem "bibliophil gestalteten, seriös redigierten Band" mit seiner Vielfalt der Themen und Formen. Van Hoddis zu entdecken als einen Erfinder immer neuer Ausdrucksweisen im "Anschreiben gegen das Wahrgenommene", als Dichter greller Töne, hinter denen schwarzer Humor und nicht selten Verzweiflung lauert, meint der Rezensent - hier ist die Gelegenheit dazu. Und wäre es noch mehr, so Luchsinger, wäre auch die zu Lebzeiten veröffentlichte Prosa des Autors in den Band mit aufgenommen worden.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…