Herausgegeben von Nicola Behrmann, Simone Sumpf und Louanne Burkhardt. Der dritte Band der Kommentierten Studienausgabe präsentiert erstmals das gesamte lyrische Werk von Emmy Hennings. Das umfangreiche lyrische Werk von Emmy Hennings wird in diesem Band erstmals vollständig publiziert - ihre zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichte sowie die unveröffentlichten aus dem Nachlass - und in seiner beeindruckenden stilistischen Spannbreite erschlossen: Auf Kabarettlieder folgt expressionistische und dadaistische Lyrik, die zugleich romantische und religiöse Tendenzen aufweisen. Hennings" Gedichte stehen dem Volkslied, dem Chanson und der Liturgie gleichermaßen nahe und vermitteln existenzielle Grenzerfahrungen wie Liebe, Hunger, Exil, Krieg und Gottsuche mit ergreifender Schlichtheit und Direktheit. Neben einem Verzeichnis der mehr als 900 Varianten und Lesarten der Gedichte enthält der Anhang Sachhinweise und einen detaillierten Kommentar zur Entstehung. Im Nachwort werden der biografische Hintergrund, Bezüge zur modernen Lyrik sowie die zeitgenössische Rezeption aufgezeigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.07.2020
Martin Oehlen feiert gleich die gesamte Studienausgabe mit den Werken von Emmy Hennings. In dem nun vorliegenden dritten Band mit den Gedichten begegnet der Rezensent sowohl Hennings' katholischer Prägung wie auch einer grundsätzlichen Abgründigkeit. Deutlich wird für ihn allemal, dass Hennings viel mehr war als nur die bekannte Dada-Muse. Die Ausgabe hält Oehlen für eine "Fundgrube", mit Sorgfalt ediert und kommentiert, reich an Quellen zur Wirkungsgeschichte und an Bilddokumenten, wie er schreibt. Zur besseren Orientierung hätte sich Oehlen eine Tabelle mit den Lebensdaten der Dichterin gewünscht.
Rezensent Michael Braun empfiehlt die "akribisch" kommentierte Studienausgabe der Gedichte von Emmy Hennings. Hennings lernt der Rezensent hier nicht als Dada-Muse kennen, sondern als ernstzunehmende Dichterin der Todesbeschwörungen und der Marien-Verehrung. Das Selbstauflösende ist in den Texten laut Braun immer präsent, auch wenn die Autorin sich an konventionellen Versbau hält, wie Braun feststellt. Dass der von Nicola Behrmann und Simone Sumpf herausgegebene Band neben den veröffentlichten Gedichten auch über 100 unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass enthält, freut Braun sichtlich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.06.2020
Nico Bleutge entdeckt das Moderne in der Brüchigkeit der Gedichte von Emmy Hennings. Die von Nicola Behrmann und Simone Sumpf herausgegebene Studienausgabe der Dichtungen und einiger Prosa zeigt Bleutge, dass Hennings viel mehr war als eine Muse der Dadaisten. In ihrer Beschäftigung mit Rollenbildern und Moral, in ihren "Einsamkeitsfantasien" und ihrer sprachbewussten Hinwendung zu und Anverwandlung von Religion und Mystik besteht für Bleutge das Besondere von Hennings Dichtung. Am besten gefallen ihm allerdings die weniger liedhaften, rhythmisch wechselhaften Texte mit verschiedenen Sprechweisen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…