Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling. Zwei Studenten erscheinen auf einer Party, um dort Frauen zu treffen, werden aber mit der unangenehmen Wahrheit ihrer eigentlichen Wünsche konfrontiert. Ein kleiner Junge, dessen Vater vermisst wird, verbringt in rasender Wut über einen schlechten Haarschnitt die Nacht auf den Straßen von Brooklyn. Und bei einer Capoeira-Veranstaltung kämpfen zwei Brüder mit ihrer schmerzhaften Familiengeschichte. Mit scharfem Blick fängt Jamel Brinkley das Innenleben von Menschen ein, die Momente des Glücks und familiäre Geborgenheit suchen und dabei die Wucht des echten Lebens zu spüren bekommen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2019
Ulrich Rüdenauer liest Jamel Brinkleys "meisterliche" Short Storys über das Leben junger Schwarzer in den urbanen Zentren der USA mit Gewinn. Aufregend scheinen ihm die sich auf plötzliche Blickverschiebungen und Seltsamkeiten hin öffnenden Geschichten, in denen es um "Black Masculinity" und um subtile Desillusionierungen geht. Die hohe Rate der in den USA einsitzenden jungen schwarzen Männer denkt Rüdenauer beim Lesen immer mit, auch wenn der Autor keine soziologischen Studien vorlegt, sondern "feinsinnige, absolut zeitgenössische" Storys, aber mit geschichtlichem Bewusstsein, wie der Rezensent feststellt. Die Übersetzung von Uda Strätling findet Rüdenauer "nuancenreich".
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