Wer steckt hinter den großen Entdeckungen moderner Wissenschaft? Eine Frage, deren Antworten auf der Hand zu liegen scheinen, sind Namen wie Nikolas Kopernikus und Sir Isaac Newton doch untrennbar mit Ansätzen wie dem heliozentrischen Weltbild oder den Gravitationsgesetzen verbunden. Mit diesen Antworten einher geht eine eurozentrische Weltanschauung, und damit ein nicht nur einseitiges, sondern vor allem unvollständiges Bild wissenschaftshistorischer Entwicklungen. James Poskett nimmt uns mit auf eine Zeitreise um die Welt und zeichnet die Ursprünge moderner Wissenschaft nach. Von den Palästen der Azteken bis hin zu chinesischen Universitäten erzählt er die Geschichte vergessener Pioniere großer Erkenntnisse und zeigt, dass wissenschaftlicher Fortschritt unweigerlich vom globalen kulturellen Austausch abhängt - schon immer und noch heute.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.07.2022
Rezensent Michael Lange lernt von James Poskett, wie wichtig internationale (natur-)wissenschaftliche Zusammenarbeit war und ist. Dass Erfindungen und Entdeckungen wie das Kopernikanische Weltbild oft nicht auf einen Einzelnen zurückgehen, sondern in diesem Fall auch auf die alten Griechen und arabische Astronomen, kann der britische Historiker dem Rezensenten anhand einer Vielzahl von Lebensläufen vermitteln, die zeigen, dass Wissenschaft von Wechselwirkungen lebt. Über die Wissenschaftsbegeisterung in Asien und die bedauernswerte Minderzahl der forschenden Frauen berichtet der Autor laut Lange ebenso. Nicht so sehr das einzelne Genie ist bedeutsam, sondern das globale Netzwerk, erkennt Lange.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2022
Rezensent Hans-Jörg Rheinberger bedauert die Beschränkung auf englische Quellen in James Posketts Globalgeschichte der neuzeitlichen Wissenschaften. Davon abgesehen aber findet er das vierteilige Buch respektabel, ja atemberaubend in seiner Materialfülle. Angeleitet vom Autor lernt Rheinberger nicht nur ausgewählte Wissensbereiche kennen, er erkennt auch, dass die Naturwissenschaften seit jeher ein Gemeinschaftsprodukt aller Erdteile sind. Überzeugend findet er den Mix aus Globalgeschichte und episodischem Blick auf einzelne, eher wenig bekannte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. So wird das Buch auch zu einer Art Gegennarrativ zur Geschichte "großer Männer", lobt Rheinberger.
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