Ian G. Barbour

Wissenschaft und Glaube

Historische und zeitgenössische Aspekte
Cover: Wissenschaft und Glaube
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2003
ISBN 9783525569702
Gebunden, 508 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sabine Floer und Susanne Starke-Perschke. Durch Jahrhunderte gab die christliche Überlieferung das Weltbild vor und bestimmte die Grenzen der Wissenschaft. Seit der Aufklärung hat die Religion für viele Menschen an Einfluss verloren, nicht zuletzt, weil sie im Widerspruch zu den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft zu stehen schien. 1989-1991 in der berühmten Vorlesungsreihe Gifford Lectures in Edinburgh als Religion in an Age of Science präsentiert, bestimmt Barbour in diesem Buch den Ort der Religion im Zeitalter der Naturwissenschaft neu. Am Beispiel von Galilei, Newton, Hume, Kant, Darwin u. a. beschreibt der Theologe und Physiker die Wechselwirkungen zwischen Naturwissenschaft und Religion seit dem 17. Jahrhundert. Der aktuelle Dialog zwischen Naturwissenschaft und Religion und die Diskussion um naturwissenschaftlichen Methoden und Theorien sowie deren Bedeutung für die Vorstellung von Gott und von der Natur des Menschen (z.B. alltheorie/Schöpfungsvorstellungen) werden ausführlich dargestellt. Barbour erarbeitet fünf Herausforderungen des naturwissenschaftlichen Zeitalters für die Religion: die Naturwissenschaft als Methode, das neue Naturverständnis, den neuen theologischen Kontext, den religiösen Pluralismus im Zeitalter der Globalisierung und die Bedrohung der Umwelt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2004

Man hat sich daran gewöhnt, den Beginn der Aufklärung als Anfang einer seitdem eindeutig "konfliktuösen Beziehung zwischen Naturwissenschaft und Religion" wahrzunehmen. Ian G. Barbour sieht das anders und heimst dafür von Rezensent Friedemann Voigt viel Lob ein. Barbour ist nämlich beides, Physiker und Theologe, und rückt die beiden wieder enger aneinander, als das in der Gegenwart üblich ist. Voigt hebt Barbours fundierte Kenntnisse hervor und applaudiert ihm insbesondere zu seiner Ablehnung von "Besserwissereien und gegenseitigen Verwerfungen". Stattdessen gebe er nicht nur beiden Seiten Denkanstöße, sich gegenseitigen Verpflichtungen und Anknüpfungspunkten zu öffnen, sondern diskutiere darüber hinaus auch "die Möglichkeit der Integration von religiöser und naturwissenschaftlicher Reflexion". Ob eine solche "Theologie der Natur" fruchtbar für Wissenschaft und Religion sein kann, möchte der Rezensent nicht beantworten, doch was die Qualität von Barbours "wohltuend unaufgeregter Darstellung" angeht, ist er sich sicher: überaus lohnenswert.

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