Seit 20 Jahren reist die amerikanische Fotografin Jamie Johnson um die Welt und ist vor allem für ihre Kinderporträts bekannt. Als sie 2014 zum ersten Mal nach Irland kam, fühlte sie sich sofort mit dem Kosmos der Irish Traveller - des "fahrenden Volks" - verbunden und sollte sie fünf Jahre lang immer wieder besuchen und fotografieren.Die Begegnung mit den Kindern dieser extrem armen und von gesellschaftlicher Diskriminierung betroffenen Bevölkerungsgruppe schlug sie in ihren Bann und veränderte sogar ihre Ansichten als Mutter. Fasziniert von der Resilienz und dem Optimismus der Kinder, die stolz auf die Kultur und Traditionen der Irish Traveller sind, wirbt Johnson mit ihren Porträts darum, die Kinder als solche wahrzunehmen und zu respektieren, fernab von den gängigen Vorurteilen der Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 31.08.2020
Frank Dischereit scheint ein bisschen verzaubert und auch ein bisschen neidisch zu sein auf die Kinder aus dem fahrenden Volk der "Irish Traveller", wie sie die amerikanische Fotografin Jamie Johnson in diesem Fotobuch ablichtet: frei und ungezwungen, wenngleich alten Rollenmustern und Hierarchien folgend. Die Schwarz-Weiß-Bilder mit den "scharfen Konturen und Kontrasten" machen deutlich, dass die Künstlerin das Vertrauen der Porträtierten hat, erklärt Dischereit. Der Stolz der Kinder vermittelt sich ihm unmittelbar, den einleitenden Essay über Kultur und Geschichte der "Irish Traveller" findet er dennoch höchst hilfreich.
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