Mit beiträgen von Nadine Olonetzky und Petra Zudrell. Ein Verstorbener hinterlässt Spuren im Leben seiner Angehörigen, in seiner Umgebung,
in der Welt. Gegenstände, Fotos, Kleider oder Orte lassen die Erinnerungen an einen
geliebten Menschen wieder aufleben. Das bildliche Einfangen eines Momentes spielt
hier ebenfalls eine große Rolle. Schon Walter Benjamin, Siegfried Kracauer, Roland
Barthes und Susan Sontag stellten den Zusammenhang von Fotografie und Tod ins
Zentrum ihrer Betrachtungen. Tina Ruisinger hat zehn Jahre lang all die Dinge fotografiert, die zurückbleiben, wenn ein Mensch stirbt. Es geht dabei sowohl um das Sterben als auch um das Weiterleben der Hinterbliebenen. Die Objekte werden aus ihrem Kontext herausgelöst dargestellt. Als Künstlerin sieht sie sich einem Thema verpflichtet, das immer noch ein Tabu darstellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2017
Einen leichten Zugang zu einem schweren Thema wie dem Tod zu schaffen, das erfordert Feinfühligkeit, Mitgefühl, Geduld und Begabung, weiß Rezensent Jürg Zbinden und fordert implizit Anerkennung für die Leistung der Fotografin Tina Ruisinger, die eben diese Eigenschaften mit- und aufgebracht hat, um einen Band zu schaffen, der sich vorsichtig und doch zuversichtlich diesem Thema nähert und zwar auf dem Weg persönlicher Erfahrungen, ohne dabei jemals die Grenze der Privatsphäre zu überschreiten. 50 Verstorbene - 77 Fotografien, die verschiedene Hinterlassenschaften, meist kleine alltägliche Gegenstände wie etwa einen Schlüssel, zeigen, deren Bedeutungen für die Zurückgelassenen sich vom Betrachter wenn überhaupt nur erahnen lässt und die trotzdem eine seltsame, anrührende Kraft ausstrahlen, so der hingerissene Rezensent.
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