In englischer Sprache. Über drei Jahre hat Martin Usborne an seiner außergewöhnlichen Serie von Hundeporträts gearbeitet - Hunde, die still aus Autofenstern blicken, häufig in der Nacht. Seine Aufnahmen, stets arrangiert und geradezu filmisch, beschreiben Gefühle von Einsamkeit und Erwartung. Es sind weniger Hundeporträts als Trennungsstudien: auf der einen Ebene bezogen auf die Trennung zwischen Mensch und Tier, auf einer anderen Ebene auf die Trennung in uns selbst, zwischen unserem Alltags-Ich und den ursprünglicheren (animalischeren) Anteilen, die wir normalerweise wegsperren. In diesen Bildern, die an Werke von Hopper oder Crewdson erinnern, ist subtiler Humor ebenso spürbar wie Hoffnung - Usborne zeigt uns, dass selbst den düstersten Orten in uns Schönheit innewohnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2012
Hunde in Autos, was für ein Motiv! Der Brite Martin Usborne steht mit seinen fotografischen Hundeporträts allerdings in guter britischer Tradition, versichert Ulla Fölsing und verweist auf die populären Hundezeichnungen des 18. und 19. Jahrhunderts. Melancholisch aus Autofenstern blickend hat sie jedoch noch keiner abgelichtet, vermuten wir mal, und schon gar nicht als Reminiszenz an eigenes Kindheitsleid - verlassen und gefangen im Auto. Fast scheint es, als treffe Usborne mit seinen arrangierten Bildern ein kollektives Trauma. Fölsing jedenfalls nimmt der Hundeblick richtig mit. Gefühle von Isolation, Einsamkeit, Sehnsucht und Ungeduld stellen sich bei ihr ein, wuff.
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