Tariq Zaidi

Sapeurs

Ladies & Gentlemen of the Congo
Cover: Sapeurs
Kehrer Verlag, Heidelberg 2020
ISBN 9783868289732
Gebunden, 176 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Der Londoner Fotograf Tariq Zaidi zeigt eine faszinierende subkulturelle Modebewegung in Kinshasa und Brazzaville: La Sape, Société des Ambianceurs et des Personnes Élégantes (*Gesellschaft der Stimmungsmacher und eleganten Menschen) Ihre Anhänger nennen sich "Sapeur" ("Sapeuse", weibl.). Die meisten Sapeurs arbeiten tagsüber als Taxifahrer, Schneider oder Gärtner, verwandeln sich aber nach Feierabend in lässig-elegante Dandys. Wenn sie durch die Straßen stolzieren, werden sie wie Rockstars bejubelt - sie fallen auf und bringen etwas Leichtigkeit in einen Alltag, der ganz im Widerspruch zu diesem eleganten Kleidungsstil steht. Obwohl "La Sape" traditionell den Männern vorbehalten war, tragenseit Neuestem auch immer mehr kongolesische Frauen und Kinder Designer-Mode. Es gilt das Motto: "Weiße haben die Kleidung erfunden, aber wir machen Kunst daraus." (Papa Wemba, 1949-2016, kongolesischer Musiker und Stilikone der Sapeur-Bewegung).

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.01.2021

Rezensent Fabian Lehmann schaut die Fotos, die der Fotograf Tariq Zaidi von den kongolesischen Sapeurs in Brazzaville und Kinshasa in ihren extravanganten Outfits gemacht hat, gern an. Es ist ein europäischer Blick, aber kein "kolonisierender", findet er, auch, weil Zaidi die Models in Versace und Cardin in ihrer Umgebung zeigt und mitunter auch den Menschen "hinter dem Outfit" beim Waschen zusieht. Dazu passend verzichtet der Band auf ethnologische Essayistik, meint Lehmann. Die knapp gehaltenen Bild-Erklärungen bieten lediglich Aufschlussreiches über die Kultur der Sape, der Société des Ambianceurs et des Personnes Élegantes, stellt er fest.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2020

Rezensent Hubert Spiegel freut sich über die Fotos von Tariq Zaidi. Die Bilder dokumentieren laut Spiegel das Phänomen der Sapeurs im bitterarmen Kongo. Dass Zaidi die modeaffinen "Gestaltwandler", wie Spiegel sie nennt, an ihren ärmlichen Heimatorten ablichtet, nicht auf den Modemessen und Festivals, wo sie sich gern zeigen, findet er aufschlussreich, ebenso die Aufschlüsselung von Alter und Namen der Porträtierten und ihrer bevorzugten Modelabels. Vermisst hat der Rezensent indes Interviews mit den Beteiligten. Hier verpasst Zaidi eine Chance, mehr Licht in das komplexe Thema zu bringen, bedauert er.
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