Was braucht man, um für das gehalten zu werden, was man gerne wäre? Jan Kuhlbrodt liefert nicht nur einen Überblick über die deutschen Statussymbole von der Free-Climbing-Ausrüstung bis zum Laptop. Das Buch gibt mit seinen Geschichten ums "Sehen und Gesehenwerden" einen höchst aufschlussreichen Einblick in unsere Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2001
Es geht bei den Statussymbolen, so die Rezensentin Doris Meierhenrich, um "Embleme des Gesehenwerdens" - und es ist notorisch schwer, ihrer mit Definitionen habhaft zu werden. Der Autor hat es doch versucht, hat "von Bodyguards bis zu Kopfbedeckungen" manches aufgespürt, und dahinter dann gar "eine anthropologische Konstante": den Willen des Menschen, sich vom Mitmenschen vorteilhaft zu unterscheiden. Was dem Buch allerdings fehlt, bemängelt Meierhenrich, ist gerade die Trennschärfe, die man angesichts des verschwommenen Gegenstands erhoffen würde. Auch mit der Theorie hat das "flott formulierte Nachschlagewerk" seine Probleme, vor allem, weil es erst gar keine entwickelt. Die Rezensentin bringt Georg Simmel und Pierre Bourdieu ins Spiel, reißt damit Horizonte auf, die das Buch offenkundig ignoriert. Als "kleines Skizzenbuch" findet Meierhenrich den Band dennoch lesenswert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2001
Ist eine vergoldete Handtuchstange ein Statussymbol oder bloß schlechter Geschmack? Im vorliegenden Lexikon werden Dinge als Statussymbole ausgegeben, die in Wirklichkeit "Accessoires von Mittelschicht-Verlierern" sind, meint Konrad Lischka. Dieses Buch ist zwar ansprechend aufgemacht, findet der Rezensent - viel mehr positives kann er dem Lexikon nicht abgewinnen. Die meisten Einträge seien lediglich Gags, auch neige der Autor zu "brachialem Humor". Der Rezensent empfiehlt das Lexikon daher "Klassenkämpfern in Cordjacketts", die darin ihr Wissen bestätigen könnten.
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