Ausgewählt von Peter Hamm. Aus dem Tschechischen von Reiner Kunze, Felix Philipp Ingold, Urs Heftrich und Christa Rothmeier. Skácel ist Naturlyriker und kritischer Denker zugleich.
Jan Skácels Lyrik ist voller Klang und Bilder. In kurzen Versen lässt der Dichter Landschaften entstehen, beschwört Vergangenes und beschreibt oder vielmehr feiert immer wieder die Natur. Dabei verbindet Skácel die Freude an Metrum und Takt mit einem klugen Spiel der Traditionen und seiner Vorgänger. Oft mit Trakl und Hölderlin verglichen, entwickelte der tschechische Dichter eine ganz eigene Sprache, in der sich romantische Naturbeschreibung mit politischem Scharfsinn verbindet und Alltagsbeobachtung mit lyrischem Formenreichtum vermischt wird. Diese Auswahl von Skácels Gedichten und Miniaturen ist eine Einladung, sein Werk kennenzulernen oder wieder zu lesen, das fast hundert Jahre nach der Geburt des Dichters immer noch voller Frische und Aktualität ist.
Drei Texte über Jan Skácel komplettieren den Band, von Peter Handke, Philippe Jaccottet und Peter Hamm.
Die laubigen laubfrösche bitten laut
(der morgen stellt sich häufig taub und blind)
mit laub auf den stimmen mit zungen betaut
für alle die im herzen barfuß sind
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2018
Rezensent Nico Bleutge liest die Auswahl mit Lyrik und Prosa von Jan Skácel mit Freude. Wie der tschechische Dichter der Kompliziertheit der Verhältnisse zeitlebens anschauliche Verse und ironische Feuilletons abrang, findet er bemerkenswert. Schmerz, Angst und die Risse zwischen Sprache und Welt sind für Bleutge beim Lesen stets spürbar, auch wenn Skácel sie gekonnt in Atmosphäre, Rhythmus und Klang verwandelt. Der aus verschiedenen Publikationen schöpfende Band ergibt einen Querschnitt durch Skácels Werk und ermöglicht den Vergleich verschiedener Übersetzungen, erklärt Bleutge. Bedauerlich findet er, dass keine tschechischen Originale ins Buch mit aufgenommen wurden.
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