Als Lars von Trier im Mai 1995 auf einer Konferenz zum hundertsten Geburtstag des Films im Pariser Odéon-Theater ein feuerrotes Flugblatt mit dem "Dogma"-Manifest präsentierte, hatte niemand damit gerechnet, daß sich eine Reihe von Regisseuren auf der ganzen Welt diesen Geboten der Einschränkung unterwerfen würde - bis die beiden Erstunterzeichner des Manifests, Lars von Trier und Thomas Vinterberg, 1998 in Cannes ihre "Dogma"-Filme vorstellten und "Das Fest" prämiert wurde. Bald darauf gab es auch in anderen Ländern Filmemacher, die sich die "Dogma"-Gebote zu eigen machten. In diesem Buch sind erstmals Texte zu "Dogma 95" versammelt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001
Beinahe widerwillig preist Ralph Hammerthaler das von Jana Hallberg und Alexander Wewerka herausgegebene Buch mit den gesammelten "Keuschheitsgelübden" der Filmgeschichte, die unter dem Titel der letzten Erneuerungsbewegung zusammengefasst wurden. Ein Hauptbestandteil ist das nach Ansicht des Rezensenten weder gelesene noch redigierte Tagebuch, das Lars von Trier während der Dreharbeiten zu "Idioten" verfasst hat, "eine Art Trier-Therapie". War Dogma ein Reinheits-Manifest, das 1995 pünktlich zum 100. Geburtstag des Films verkündet wurde, so enthält die Sammlung auch Manifeste früherer Regisseure wie zum Beispiel von Francois Truffauts so Hammerthaler. Das Buch bestehe - neben dem Tagebuch zu "Idioten" - aus dem Drehbuch von Thomas Vinterbergs "Das Fest", aus "unterschwellig vernetzten" Selbstdarstellungen, Interviews und Analysen. Nach Meinung des Rezensenten ist es bei einem gelungenen Film wie "Das Fest" allerdings gleichgültig, ob es ein passendes Manifest dazu gibt.
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