Von Herman Bang habe er "alles gelesen und viel gelernt": Das hat Thomas Mann gesagt. Längst gehören die Romane und Erzählungen des dänischen Schriftstellers zur Weltliteratur. Seine Kindheit und Jugend auf der nordschleswigschen Insel Alsen/Als, das Trauma des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 und die Sehnsucht nach einer Versöhnung von Dänen und Deutschen gehören zu denlebenslang bestimmenden Themen seines Werkes. 1908 erschien der einzige Erzählungsband, den Bang speziell für die deutschen Leser zusammenstellte und mit Einleitungstexten versah: Aus der Mappe, ein literarisches Selbstporträt aus Geschichten und Erinnerungen. Dieses vergessene Spätwerk ist jetzt erstmals wiederzuentdecken, ergänzt durch zwei weitere nur auf Deutsch veröffentlichte Texte: den Essay "Gedanken zum Sexualitätsproblem" und eine Hommage an den weltliterarischen Brückenbauer Samuel Fischer. Das Buch erscheint als Abschluss der von der Kunststiftung HSH Nordbank geförderten Reihe Landessprachen: Literatur in Schleswig und Holstein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2015
Rezensent Lothar Müller freut sich über die deutsche Neuausgabe der unter dem Titel "Aus der Mappe" versammelten Erzählungen des dänischen Schriftstellers Herman Bang. Neben der Erzählung "Die Raben" entdeckt der Kritiker hier Geschichten über Pfarrer vom Lande, städtische Weihnachtsfeiern oder verzweifelte Violinenvirtuosen, die mit autobiografischen Kommentaren Bangs versehen sind und somit Einblicke in die Seele des von Thomas Mann, Hermann Hesse und Rilke geschätzten Autors gewähren. Neben dem lesenswerten Nachwort Heinrich Deterings würdigt der Rezensent insbesondere den postum veröffentlichten, hier enthaltenen Essay "Gedanken zum Sexualitätsproblem", in dem Bang in einer berührenden Lebensbilanz über seine Homosexualität schreibt.
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