Aus dem Englischen von Andreas L. Hofbauer. Ein Post-Gothic-Roman aus rätselhaften Dingen, ungesicherten Namen und anderen Schatten, eine Anatomie von Familie, Ehebruch und Mord, untermalt mit Ahnentafeln, apokryphen Schriften und einer Geschichte des amerikanischen Bettes.
Johann der Posthume existiert zwischen Fiktion und Poesie, Elegie und Geschichte, nachgeborener Vision und untoten Machenschaften. Jason Schwartz operiert mit feinem Besteck: Leise verrückt er die Möbel, führt präzise das Licht, erzählt von Kindheit und Mord, dem dünnen Licht mancher Träume und dem fast unhörbaren Schrei in allen Dingen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2019
Rezensent Vincent Sauer ist auf verstörende Weise fasziniert von diesem Buch von Jason Schwartz. Vor allem der scheinbar willkürlich verfahrende Erzähler und seine lückenhafte Art zu berichten ziehen ihn fast wider seinen Willen in Bann. Trotz weniger Anhaltspunkte für eine Geschichte folgt Sauer der stilistisch altmodisch wirkenden, mit Einschüben und Exkursen arbeitenden Erzählung, bis er erkennt: Der Erzähler ist ein Familienmörder und der Leser längst so etwas wie sein Komplize. Nicht Schockeffekte bewirken laut Sauer die Verstörung, sondern das Lesen selbst. Es lohnt sich, versichert der Rezensent.
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