Im Jahr 1943 entdeckt der Schweizer Chemiker Albert Hofmann (1906-2008) die halluzinogene Wirkung von LSD. Bevor die Droge jedoch der counter culture neue Erfahrungsräume öffnet und in aller Munde ist, macht sie in pharmazeutischen Laboratorien und medizinisch-psychiatrischen Einrichtungen Karriere als Medikament, therapeutisches Hilfsmittel oder psychotoxischer Kampfstoff. Bereits in den 1950er Jahren sucht man hier intensiv nach chemischen Antworten auf mentale Probleme, erforscht experimentell die Möglichkeiten drogistischer Bewusstseinsveränderung und Persönlichkeitsregulierung. Im Zuge dessen wird das anthropologische Wissen umfassend rekonfiguriert: Es verfestigt sich die Semantik eines biochemisch fundierten und stofflich modulierbaren, eines neurochemischen Selbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2013
Thomas Thiel gefällt die "LSD-Biografie" der Kulturwissenschaftlerin Jeannie Moser. Wenn Moser die Droge als Vorläufer von kybernetischen und neurochemischen Utopien ausgibt, spitzt er die Ohren, auch wenn ihm die ein oder andere Analogie im Buch überspannt vorkommt. Vor allem, wenn Moser den kulturwissenschaftlichen Jargon beiseite lässt, und leichter Hand eine Geschichte des LSD schreibt, fühlt sich Thiel high und mit Referenzen zu Huxley und Jünger zudem raffiniert belehrt.
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