Im Jahr 1863 startete im englischen Yorkshire eine ungewöhnliche Reisegruppe aus vier jungen Männern und vier jungen Frauen zu einer Tour durch die Schweizer Alpen. Es war die erste organisierte Gruppenreise auf einer Route, die später im Angebot von Thomas Cook einen festen Platz erhalten sollte. Der Weg führte von London über Paris und Genf nach Chamonix, von da übers Wallis ins Berner Oberland nach Luzern und dann wieder zurück. Mit heutigen Pauschalreisen hatte die Unternehmung wenig zu tun. Die Damen trugen viktorianische Gewänder, man bewegte sich zu Fuß, mit der Kutsche, auf dem Dampfschiff, auf Maultieren und mit der Eisenbahn. Miss Jemima, Mitglied des Junior United Alpine Club und eine begnadete Schreiberin, führte über diese abenteuerliche, mitunter sehr beschwerliche Reise ein höchst unterhaltsames, humorvolles und gebildetes Tagebuch, das fast hundert Jahre später zufällig in einer Truhe auftauchte. Bis heute wurde das Büchlein nicht ins Deutsche übersetzt, ein bedauerlicher Zustand, dem nun endlich ein Ende gesetzt wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2014
Sehr zu schätzen weiß Stefan Fischer, dass der Verlag Rogner & Bernhard mit dem Reisejournal der Britin Jemima Morrell ein rares Zeugnis aus den Anfängen des Pauschaltourismus herausgebracht hat. Die 31-jährige Engländerin war 1863 bei der ersten von Thomas Cook persönlich geführten Reise in die Schweiz und zum Mont Blanc dabei, erfahren wir. Neben typisch britischem Humor bringt die Autorin Klugheit, Bildung und eine scharfe Zunge mit, was die Lektüre zum echten Vergnügen macht, freut sich der Rezensent. Indem sie ihre Aufzeichnungen wie Theaterstücke inszeniert, den Mitreisenden ihre Rollen zuweist und einen Spannungsbogen zu ziehen weiß, erhöht sie den Lektüregenuss zusätzlich, so Fischer beglückt.
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