Aus dem Englischen von Christa Dormagen. Sie überqueren Kontinente, ohne nach dem Weg zu fragen. Sie erinnern sich an die Vergangenheit und planen für die Zukunft. Sie beherrschen die Grundprinzipien der Physik. Vögel sind erstaunlich intelligente Wesen. Wie zahlreiche neue Studien zeigen, stehen die kognitiven Fähigkeiten vieler Arten denen von Primaten in nichts nach. Und nicht nur ihre technische Kompetenz ist größer als lange angenommen, sie verfügen auch über eine beeindruckende soziale Intelligenz. Sie täuschen und manipulieren, sie machen Geschenke und trösten einander. Und das alles mit einem Gehirn kleiner als eine Walnuss. Jennifer Ackerman ist begeisterte Vogelbeobachterin und begibt sich auf Entdeckungsreise zu den Genies der Lüfte. Während sie von ihren Besuchen bei Ornithologen auf der ganzen Welt berichtet, versetzt sie den Leser immer wieder in Staunen: Etwa über die Neukaledoniekrähe auf einer Inselgruppe im Pazifik, die sich Werkzeug bastelt, um an ihr Futter zu gelangen. Oder den Kiefernhäher in den Rocky Mountains, der bis zu 30000 Samen über Dutzende Quadratkilometer verteilt und einige Monate später noch erinnert, wo.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2017
Thomas Weber erfährt bei der amerikanischen Wissenschaftsjournalistin Jennifer Ackermann, was Vögel alles können. Wie sehr die kognitiven Fähigkeiten der Vögel von unserem Begriff von Intelligenz abweichen, kann die Autorin ihm erläutern. Beinahe enzyklopädisch erscheint dem Rezensenten die Darstellung im Buch darüber, was Vögel sozial und kognitiv vollbringen. Werkzeuge für die Futtersuche, Orientierungssystem und anderes versetzen den Rezensenten in Staunen. Nur über die Bedrohung dieser Intelligenz und der Lebensräume der Vögel liest Weber hier nichts.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2017
Jürgen Brocan empfiehlt Jennifer Ackermans Buch als Naturkunde mit ethischer Lektion. Derart verwandt erscheinen ihm die Vögel beim Lesen. Den Band findet er informativ und mit seinen Anekdoten und Erlebnisschilderungen auch unterhaltsam geschrieben, auch wenn ihn die dauernde direkte Anrede nervt. Dass von "Spatzenhirn" nicht die Rede sein kann, lernt Brocan, wie Vögel Werkzeuge gebrauchen, wie sie beim Nestbau vorgehen und wie komplex sie singen. Auch über Anpassungsstrategien und ästhetisches Empfinden bei Vögeln vermag ihm die Autorin Erstaunliches zu berichten. Ökologische Aspekte hätte Ackerman laut Rezensent intensiver behandeln können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2017
Jennifer Ackermann macht Schluss mit dem Klischee, dass Vögel wegen ihres kleinen Hirns dümmer als Säugetiere sind, freut sich Rezensent Josef H. Reichholf, selbst Autor faszinierender Bücher über Krähen. Dies beweist sie an zahllosen sehr gut recherchierten Beispielen, eigenen Beobachtungen und Gesprächen mit Wissenschaftlern und schafft so einen unheimlich umfassenden Überblick über "Vogelgehirne, Sozialverhalten, Gesänge und Ästhetik beim Nestbau". Das einzige Manko des Buches sieht Reichholf im letzten Kapitel, in dem sich die Autorin am Beispiel der Spatzen mit der Frage beschäftigt hat, warum sich manche Vogelarten besser mit den Menschen arrangiert haben als andere: Hier habe sie zu sehr aus der menschlichen Perspektive geschrieben und die ökologische Sicht zu wenig miteinbezogen. Alles in allem jedoch lobt der Rezensent jedoch dieses, nur teilweise sehr auf Amerika konzentriertes Werk, das dem Leser eine neue Sicht auf die Vogelwelt gebe.
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