Über Messianismus und Apokalyptik in den politischen Diskursen der Gegenwart
Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751830751 Broschiert, 138 Seiten, 12,00
EUR
Klappentext
Die Religion kehrt zurück in Politik, Kultur und Philosophie - das ist die Signatur unserer Zeit. Apokalyptische Erlösungsvisionen findet man ebenso in der US-amerikanischen Rechten und bei den Tech-Libertären wie in der postkolonialen Linken und ihrer Faszination für die Todeskulte des politischen Islam. Man findet sie in russischen Großraumfantasien, aber auch dort, wo die Menschen nach der Befreiung aus autoritären Verengungen streben, als Sehnsucht nach Erlösung aus einer Welt, die sich Gemeinschaft nur noch in den Kategorien sozialer Netzwerke vorstellen kann. Jens Balzer zeigt in seinem neuen Essay, wie sich autoritäres Denken und Religion verschwistern, stellt aber zugleich die Frage, ob Motive wie Demut, Gnade und schließlich Erlösung uns einen Ausweg zeigen aus den autoritären Zurichtungen der Gegenwart. Kann religiöses Denken Formen von Gemeinschaft stiften, die gegen die falsche Vergemeinschaftung der Menschen helfen, gegen ihre Vereinsamung und Entfremdung in der digitaltechnologisch verwalteten Welt? Kann man wahrhaftes religiöses Denken verteidigen gegen den Missbrauch der Religion? Und brauchen wir dieses religiöse Denken nicht eigentlich, um wahrhaft erlöst zu werden?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2026
Rezensentin Hannah Schmidt-Ott wird nicht recht froh mit Jens Balzers Versuch, die Rückkehr der Religion und der Sehnsucht nach Erlösung zu beweisen. Überzeugend findet die Kritikerin weder Balzers Thesen noch seine argumentativen Sprünge vom Individuellen zu den "Großraumkonflikten" politischer Theologie. Balzers Ausführungen über Peter Thiels Verständnis vom Antichristen und das Denken der postkolonialen Linken folgt Schmidt-Ott mit Aufmerksamkeit, doch ohne klaren Erkenntnisgewinn. Für die Kritikerin ein ungewöhnliches, allerdings unausgewogenes Buch.
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