Jens Sparschuh

Ende der Sommerzeit

Roman
Cover: Ende der Sommerzeit
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2014
ISBN 9783462046168
Gebunden, 288 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Am Anfang steht eine Skizze vom Schauplatz seines Kriminalromans "Verzweiflung", die Nabokov in das einzige verbliebene Exemplar der englischen Erstausgabe zeichnete. Am Ende steht ein verzweifelter Held und trotziger Nabokovianer, der alles daransetzt, diese Skizze mit der Wirklichkeit zur Deckung zu bringen ein gewitztes, abgründiges Spiel mit Realität und Fiktion. Sparschuhs Hauptfigur, Gastdozent an einem amerikanischen College, gerät durch den Vortrag "Nabokovs Berliner Jahre im Spiegel seiner Romane" auf eine heiße Spur, der er nach seiner Rückkehr nach Berlin unbedingt folgen muss: Meinte Nabokov wirklich den Ziestsee in der Nähe von Kolberg, auch wenn das nicht mit seiner Skizze übereinstimmt? Und wie passt das zum Perfektionisten Nabokov, der 1929 dort tatsächlich ein Grundstück kaufte, um eine Datscha darauf zu errichten?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2014

Martin Halter sieht zwei glückliche Leser vor sich, während er in diesem Roman von Jens Sparschuh blättert: den Nabokovianer, der sich an Sparschuhs Anspielungen und Zitaten labt, und den Nichteingeweihten, der einfach eine Sommerlektüre sucht und Kindheits- und Heimatserinnerungen mag. Halter ist ein bisschen von beidem. Dass der Autor ihm bei der Spurensuche nach Nabokovs Berliner Datschen-Zeit mit Scharfsinnigkeit überzeugt, er DDR-nostalgisch gut informiert ist und durchaus sinnlich und auch komisch von vergangenen Sommern erzählen kann, ist das eine. Leider geht Halter die Nostalgie mitunter zu weit und wird auch zu persönlich. Dass es dem Autor nicht gelingt, seine Erzählebenen richtig miteinander zu verknüpfen, hält er für einen weiteren Mangel des Buches.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.04.2014

Nico Bleutge ist begeistert von Jens Sparschuhs neuem Roman, in dem der Autor einen jungen neurotischen Schriftsteller auf Spurensuche ins Berliner Umland schickt. Während der Erzähler dort nach Spuren Nabokovs und eines seiner Romane sucht, bietet der Text dem Rezensenten jede Menge unterhaltsame Anspielungen auf Nabokovs Romanwelt, von den Garuhörnchen bis zu den Bleistiften. Allerdings betont Bleutge, dass es sich bei dem Buch um kein Liebhaberstück handelt. Sparschuh beglückt den Rezensenten ferner mit sinnlichen Details der märkischen Landschaft, einer veritablen Liebesgeschichte, historischen Hintergrundfarben und einem Ende, das nicht alles einfach auflöst.

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