Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. Jack Rigel will Schriftsteller werden. Kein Leichtes für einen unerfahrenen einundzwanzigjährigen Studenten aus Omaha, Nebraska, der noch zu Hause wohnt und dessen alleinerziehende Mutter ihm ständig in den Ohren liegt, er möge doch Priester werden, um die Familie von allen Sünden reinzuwaschen. Als Jack über ein Stipendium für einen Studienaufenthalt im Vatikan stolpert, zögert er nicht lange. Im Ledermantel durch Rom zu schlendern und in Cafés rauchend tiefsinnige Gedanken in sein Moleskine zu kritzeln, das erscheint ihm verlockend. In Italien landet Jack auf dem harten Boden der Tatsachen: Seine Sprachkenntnisse sind miserabel, und ohne Geld kann man sich auch in Rom keine tiefsinnigen Gedanken in Cafés leisten. Vielleicht sind seine Träume nie mehr gewesen als das: Träume. Als er gerade aufgeben und nach Hause fliegen will, stolpert Jack plötzlich auf ein Filmset und dort über den Engel von Rom: Angelina Amadio, die alternde, in seinen Augen aber noch immer wunderschöne Schauspielerin, die ihn in ihrer Rolle als sexy Kannibalin im Programmkino von Omaha einst erstmals an seinem Katholizismus zweifeln ließ. Was Jack noch nicht ahnt: Sein ganz persönlicher Engel wird ihm erst noch erscheinen.
Rom ist seit jeher Sehnsuchtsort für die unterschiedlichsten Bedürfnisse, hält Rezensent Jan Drees fest, das gilt auch für den Helden von Jess Walters Screwball-Geschichte, in der der 21-jährige Jack Rigel in die ewige Stadt kommt, um Latein zu lernen. Eigentlich reist er aber seiner Collegeliebe nach und muss schnell erkennen, dass seine Fantasie, den ganzen Tag in Cafés zu sitzen und zu schreiben, nicht unbedingt umsetzbar ist, lesen wir. Plötzlich stolpert er mitten in eine Filmszene, benimmt sich daneben und wird auf einmal in ein völlig neues Leben katapultiert - für Drees spaßig und doch anspruchsvoll.
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