Die zweieinhalbtausendjährige Geschichte Roms wird hier aus den sichtbaren Zeugnissen ihrer Vergangenheit erzählt und gedeutet. Über 120 weitgehend farbige Abbildungen fangen die wechselnden Schauplätze ein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000
In einer Doppelrezension bespricht Albert von Schirnding zwei kulturgeschichtliche Reiseführer zu Rom.
1.) Volker Reinhardt: "Rom. Ein illustrierter Führer durch die Geschichte". (C. H. Beck Verlag)
Diesem Buch widmet der Rezensent nur einen kurzen Abschnitt, in dem er darauf hinweist, dass Reinhardt nach der "üblichen Methode" des zeitlichen Nacheinander vorgeht. In diesem Fall heißt das, dass die Darstellung bei Rom als Hauptstadt des römischen Imperiums beginnt und bis zum Ende des Kirchenstaats 1870 reiche. Jedem, "dem an handfester Unterweisung gelegen ist, wird diesem zuverlässigen Führer mit Gewinn folgen", so das Fazit des Rezensenten.
2.) Volker Breidecker: "Rom. Ein kulturgeschichtlicher Reiseführer" (Philipp Reclam jun.)
Die Vorgehensweise Volker Breideckers findet der Rezensent im Vergleich zu Reinhardts Rom-Führer jedoch "kühner und interessanter". Breidecker beschäftige sich mehr mit der "Gleichzeitigkeit des Vergangenen", indem er sich auf die Oberfläche der gegenwärtigen Dinge einlasse und diese "als den versammelnden Ort einer langen Folge von Verwandlungen begreift". Dabei komme der Autor u. a. auch zu dem Schluss, dass der "Raubbau" der Päpste an der Architektur nicht nur zerstörerisch war, sondern erst die "spannungsvolle Einheit" des weltlichen und geistlichen Roms ermöglicht habe. Das Aufzeigen einer Gleichzeitigkeit von verschiedenen Epochen und "künstlerischer Stile als innerer Schichtung" scheint nach Ansicht des Rezensenten hier auf faszinierende Weise gelungen zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2000
Christine Tauber stellt zunächst fest, dass sich Reinhardt - wie so viele Autoren, die sich mit Rom befassen - ebenfalls von der "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" fasziniert zeigt. Dennoch findet sie das Buch "äußerst lesens- und empfehlenswert", zumal es dem Autor ihrer Ansicht nach hervorragend gelingt, die verschiedenen Zeitschichten deutlich offen zu legen. Dies tut er - wie sie feststellt - vor allem durch recht plastische Beispiele, etwa da, wo er auf die Finanzierung der Florentiner Frührenaissance durch die römischen Medicibanken zu sprechen kommt. Dass es in Reinhardts Darstellung nicht allzu verwirrend zugeht, ist nach Tauber vor allem seiner sprachlichen Ausdrucksfähigkeit zu verdanken wie aber auch der Tatsache, dass er "seinen Blick auf gleichbleibende Strukturen richtet". So zeige der Autor, wie bestimmte Bauwerke im Laufe der Zeit umfunktioniert wurden und als Zeichen der Macht herhalten mussten, oder aber auch "Klientelbildung, Protektion" und andere Prinzipien, die über die Jahrhunderte in manchen Bereichen bestimmend waren.
Ein "Rom für Fortgeschrittene" präsentiert dieser Band nach Ansicht des Rezensenten Reinhard Lebe. Essayistisch findet er den Band fesselnd, aber als touristisches Nachschlagewerk für den Rom-Touristen tauge es nicht, schon weil der Autor die Antike stark untergewichte und sein eigentliches Interesse der Zeit ab dem Spätmittelalter gelte - als Rom viel kleiner und unbedeutender war als zu Zeiten Cäsars. Der Rezensent weist auf die reichhaltige Illustrierung des Bandes hin.
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