Rom war Haupt eines antiken Weltreichs, dann Zentrum der weltumspannenden Kirche und Sitz des Papsttums: All das hat zahllose Zeugnisse hinterlassen, die heute noch sichtbar sind und die Wahrnehmung prägen von Rom, der ,Ewigen''. Und dennoch: Die Stadt, wie sie heute dem Besucher entgegentritt, ist das Produkt einer Entwicklung, die vor nicht einmal 150 Jahren erst begonnen hat. Als das Rom der Päpste 1870 von dem jungen Königreich Italien in Besitz genommen wurde, war es zwar reich an ehrwürdigen Denkmälern aller Epochen; aber ihm fehlte alles, was nach den großen Vorbildern von London oder Paris die Hauptstadt eines modernen Staates ausmachte. Wie aus dieser malerisch verwahrlosten, gleichsam aus der Zeit gefallenen Stadt des Stillstandes die Kapitale des heutigen Italien wurde, ist das Thema dieses Buches.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.09.2009
Hellauf begeistert ist Gustav Seibt von Franz J. Bauers Geschichte Roms im 19. und 20. Jahrhunderts. Angesichts der Anforderung eines sehr komplexen Geflechts von politischer, ideologiehistorischer und architektonischer Geschichte, imponiert es dem Rezensenten gewaltig, mit welcher Leichtigkeit dies dem Autor in seiner knappen und zugleich plastischen Darstellung gelingt. Bei Bauer werden die Zusammenhänge deutlich, und er führt dabei kenntnisreich in die italienische Forschung ein, preist Seibt. Dieses Buch, so jubelt der Rezensent, sollte bei jedem Rombesucher von heute im Gepäck sein, der sich über die ungleich stärker beachteten Epochen der Antike oder Renaissance hinaus für die Geschicke der Stadt interessiert.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…